Datum20.04.2026 01:10
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer republikanische Senator John Kennedy kritisiert Donald Trumps Streit mit Papst Leo XIV. und äußert Bedenken über die Parteidisziplin der Republikaner. Kennedy bedauert Trumps "neuen heiligen Krieg" mit dem Papst, wählt jedoch die ungewöhnliche Formulierung "Ich liebe den Präsidenten wie einen Taco". Diese könnte als Kritik an Trumps Verhandlungsstil interpretiert werden. Der Artikel beleuchtet auch den Verlauf des Wortgefechts zwischen Trump und dem Papst.
InhaltDonald Trump legt sich gerade kräftig mit Papst Leo XIV. an. Der Republikaner John Kennedy wagt sich nun mit Kritik vor – und verwendet einen Ausdruck, der dem US-Präsidenten gar nicht gefallen dürfte. "Widerspruch oder gar Kritik an Donald Trump wird in der republikanischen Partei in der zweiten Amtszeit des US-Präsidenten praktisch nicht geduldet. Zu groß ist die Angst vor dem Zorn des Mannes im Weißen Haus, zu sehr sind Senatoren und Abgeordnete auf Linie gebracht. Da kommen die jüngsten Aussagen von Senator John Kennedy durchaus überraschend. Der Politiker aus dem Bundesstaat Louisiana – ohne Verbindung zur legendären Kennedy-Dynastie – gilt eigentlich als treuer Parteisoldat und Verfechter von Trumps MAGA (Make America Great Again)-Ideologie. Nun allerdings hat er sich zu dem Kleinkrieg des Präsidenten mit Papst Leo XIV. geäußert (mehr dazu hier). Dabei verwendete er eine bemerkenswerte Wortwahl. "Ich liebe den Präsidenten wie einen Taco", sagte Kennedy im rechten US-Sender Fox News. "Aber ich stimme mit ihm nicht überein, wenn es um diesen neuen heiligen Krieg mit dem Papst geht." Der Begriff "Taco" lässt dabei besonders aufhorchen. Es handelt sich nicht um eine in der englischen Sprache übliche Redewendung. Allerdings hat "Taco" im Trump-Kontext einen besonderen Beigeschmack. Kritiker verwenden das Wort im Zusammenhang mit Verhandlungen, bei denen Trump am Ende einknickt. "Trump Always Chickens Out" ("Trump gibt am Ende immer nach") ist zum geflügelten Ausdruck geworden (mehr hier ). Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Die Frage ist nun: Verwendete Kennedy den Ausdruck unwissentlich? Das wirkt unwahrscheinlich. Wenn es Absicht war, dürfte es bei Trump überhaupt nicht gut ankommen. Kennedy selbst ist kein Katholik, sondern Anhänger der methodistischen Kirche. Er erklärte bei Fox News, dass er "großen Respekt vor dem Katholizismus" und der Papst "das Recht auf seine Meinung" habe. Weiter sagte Kennedy: "Warum wollen wir uns mit dem Papst streiten? Das ist nur Ablenkung. Und die Presse saugt es auf wie ein Staubsauger." Über den Fall berichtet unter anderem der britische "Guardian". Trump und Leo hatten sich zuletzt aus der Distanz ein heftiges Wortgefecht geliefert, was weltweit Schlagzeilen machte. Der US-Präsident warf dem Papst nach einer Reihe von Friedensappellen aus dem Vatikan eine "schreckliche" Außenpolitik vor. Kurz darauf stellte er ein KI-Gemälde von sich als Heiland ins Internet. Leo entgegnete: "Ich habe keine Angst vor der Trump-Regierung." Später sprach er – ohne einzelne Politiker beim Namen zu nennen – von einer "Handvoll Tyrannen, die die Welt zerstören". Dies wurde vielfach miteinander in Zusammenhang gebracht. Trump hatte wütend auf den Aufruf des Papstes reagiert und ihm mit Blick auf Iran vorgeworfen, sich mit einem Land gemein zu machen, "das eine Atomwaffe will". Leo XIV. sei "eine sehr linksliberale Person, und er ist ein Mann, der nicht daran glaubt, Verbrechen zu stoppen". Der Papst entgegnete daraufhin, er habe "keine Angst" vor der Trump-Regierung und sehe es als seine "moralische Pflicht", sich gegen den Krieg auszusprechen. Zuletzt hatte sich Leo um Deeskalation bemüht (mehr dazu hier). Die Interpretation mancher seiner Äußerungen sei "nicht in allen Aspekten korrekt" gewesen, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche während seiner Afrikareise auf dem Flug nach Angola. "Das wurde so aufgefasst, als wolle ich dem Präsidenten widersprechen. Das liegt überhaupt nicht in meiner Absicht." Noch nie hat ein US-Präsident den Papst so scharf angegriffen wie Donald Trump. Vatikanexperte Massimo Faggioli über die Haltung des Pontifex und eine mögliche Spaltung der Katholiken in den USA. Das ganze Interview lesen Sie hier.