Datum19.04.2026 20:41
Quellewww.spiegel.de
TLDRIran lehnt eine zweite Verhandlungsrunde mit den USA ab, da die zweimonatige Waffenruhe ausläuft. Teheran kritisiert die überzogenen Forderungen und Kurswechsel der USA sowie die anhaltende Seeblockade. Iran sieht darin keine Grundlage für ernsthafte Verhandlungen und bezeichnet Trumps Ankündigung als Teil einer US-Medienkampagne. Die USA drohen unterdessen mit Zerstörung iranischer Infrastruktur, falls Bedingungen nicht erfüllt werden. Pakistan vermittelt bereits Gespräche.
InhaltAm Mittwoch läuft die für zweiwöchige Waffenruhe im Irankrieg aus. Trump nennt einen neuen Verhandlungstermin und droht Iran. Dessen Vertreter widersprechen nun dem US-Präsidenten. Irans Führung widerspricht US-Präsident Donald Trump, der eine zweite Verhandlungsrunde mit Iran angekündigt hat. Laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Irna lehnt Iran ein zweites Treffen mit US-Vertretern in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad ab. Die zwischen den USA und Iran vereinbarte zweiwöchige Waffenruhe läuft am Mittwoch aus. Zur Begründung hieß es am Abend, übertriebene Forderungen der USA, deren ständige Kurswechsel und die fortgesetzte Seeblockade iranischer Häfen böten "keine aussichtsreiche Perspektive für seriöse Verhandlungen". Außerdem seien die Berichte über eine zweite Verhandlungsrunde in Pakistan kommende Woche Teil einer amerikanischen Medienkampagne, um mit Schuldzuweisungen noch mehr Druck auf Teheran auszuüben. US-Präsident Trump hatte zuvor angekündigt, dass eine Delegation für Verhandlungen in die pakistanische Hauptstadt Islamabad reist. Seine Vertreter würden dort am Montagabend sein, schrieb Trump auf der Plattform Truth Social, ohne Angaben zur Zeitzone zu machen. Zuvor hatte ein Vertreter des Weißen Hauses erklärt, die US-Delegation werde von Vizepräsident JD Vance geleitet, der vor einer Woche die ersten Friedensgespräche in diesem Krieg geführt hatte. Steven Witkoff sowie Trumps Schwiegersohn Jared Kushner würden ebenfalls zur Delegation gehören. Sollte Iran die amerikanischen Bedingungen nicht akzeptieren, würden die USA "jedes einzelne Kraftwerk und jede einzelne Brücke in Iran zerstören", drohte Trump. Auch die iranische Nachrichtenagentur Tasnim hatte unter Berufung auf eine informierte Quelle gemeldet, solange die US-Marine weiter an ihrer Seeblockade vor der Straße von Hormus festhalte, werde es keine Verhandlungen geben. In den vergangenen Tagen seien jedoch unter Vermittlung des Nachbarlands Pakistan Nachrichten ausgetauscht worden.