Gesundheitsreform: Söder: Vorschlag zu Partner-Mitversicherung reicht nicht aus

Datum19.04.2026 19:26

Quellewww.zeit.de

TLDRGesundheitsministerin Warken ist offen für Änderungen am Vorschlag zur Einschränkung der beitragsfreien Mitversicherung von Ehepartnern, die ab 2028 einen Zuschlag von 3,5 Prozent zahlen sollen. CSU-Chef Söder hält dies für einen ersten Schritt, aber unzureichend. Er kritisiert zudem, dass Krankenkassen weiterhin Bürgergeldempfänger finanzieren statt Steuermittel zu nutzen. Warken sieht hierzu keine Spielräume im Bundeshaushalt, räumt aber perspektivische Ungerechtigkeiten ein.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Gesundheitsreform“. Lesen Sie jetzt „Söder: Vorschlag zu Partner-Mitversicherung reicht nicht aus“. In der Debatte über Einschränkungen der beitragsfreien Mitversicherung von Ehepartnern in der gesetzlichen Krankenversicherung schließt Bundesgesundheitsministerin Nina Warken Änderungen an ihren Plänen nicht aus. In der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin" sagte die CDU-Politikerin, man sei hier noch in Gesprächen, es bestehe auch überall Gesprächsbereitschaft.  Warken verwies zudem auf das parlamentarische Verfahren, in dem auch Veränderungen möglich sind. Zugleich bezeichnete sie ihren bisherigen Vorschlag als sozialverträglich und als Mittelweg. CSU-Chef Markus Söder sprach in der ARD-Sendung von einem ersten Schritt in die richtige Richtung. Dieser reiche aber noch nicht aus. Nach einem Referentenentwurf des Gesundheitsministeriums, den das Kabinett bereits am 29. April beschließen will, sollen Kassenmitglieder mit derzeit beitragsfrei mitversicherten Ehepartnern künftig einen Beitragszuschlag von 3,5 Prozent zahlen. Dies soll ab 2028 gelten. Beitragsfrei mitversichert sein sollen noch Kinder, Eltern von Kindern bis zum siebten Geburtstag, von Kindern mit Behinderungen sowie Menschen mit pflegebedürftigen Angehörigen und im Regel-Rentenalter.  Die CSU stemmt sich zudem dagegen, dass die Kassen weiter die Krankenkosten für Bürgergeldempfänger finanzieren sollen, statt dies mit Steuergeld zu bezahlen. Söder sprach von einem "Riesenbatzen" und mahnte hier eine "deutliche Veränderung" an. Gegenfinanziert müsse dies durch Einsparungen im Bundeshaushalt durch Einsparungen, "was denn sonst".  Warken sieht in ihrem Entwurf keine Änderung der bisherigen Praxis vor, die bis zu zwölf Milliarden Euro Krankenkosten für Bürgergeldempfänger von der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlen zu lassen. Die Ministerin wies hier auf fehlende Spielräume im Bundeshaushalt hin. Sie räumte hier aber eine Ungerechtigkeit gegenüber den Beitragszahlern ein, über den man "perspektivisch" sprechen müsse. © dpa-infocom, dpa:260419-930-966302/1