Datum19.04.2026 16:57
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie Gehälter von Topmanagern deutscher Dax-Konzerne stiegen 2025 um 12,9 Prozent auf insgesamt 261,3 Millionen Euro. Durchschnittlich verdiente jeder Chef rund 6,9 Millionen Euro, sieben übertrafen die 10-Millionen-Euro-Marke. SAP-Chef Christian Klein war erneut Spitzenverdiener (16,24 Mio. Euro). Sonderzahlungen und Aktienkursorientierung trugen zum Anstieg bei. Kritiker bemängeln die wachsende Lücke zu den Gehältern der Belegschaft.
InhaltDie Millionengehälter für die Obersten der Dax-Konzerne legen weiter kräftig zu. Einige Topmanager bekamen im vergangenen Jahr mehr als 10 Millionen Euro Gehalt. Die Vorstandsvorsitzenden der großen börsennotierten Konzerne in Deutschland haben 2025 deutlich mehr verdient als im Jahr zuvor. Nach Berechnungen des Handelsblatt Research Institute (HRI) erhielten die Chefs der Konzerne aus dem Leitindex Dax insgesamt eine Vergütung von 261,3 Millionen Euro. Das waren laut "Handelsblatt" 12,9 Prozent mehr als im Vorjahr. 2024 waren die Gehälter demnach um rund zehn Prozent gestiegen, 2023 um zwei Prozent. 2022 mussten die Topmanager sogar Einschnitte hinnehmen. Das Plus im vergangenen Jahr beruhte dem Bericht zufolge primär auf Sonderzahlungen wie Abfindungen sowie auf der zunehmenden Orientierung der Vergütung am jeweiligen Aktienkurs. Kritiker monieren schon länger die immer höheren Spitzengehälter und das Ungleichgewicht zwischen den Vergütungen der obersten Chefs und der Belegschaft. Die Verhältnisse würden sich "amerikanisieren". Durchschnittlich erhielt jeder Dax-Chef 2025 demnach rund 6,9 Millionen Euro. Sieben der Topmanager wurden mit mehr als zehn Millionen Euro entlohnt. Spitzenverdiener war erneut SAP-Chef Christian Klein. Er bekam 16,24 Millionen Euro – immerhin weniger war als im Jahr zuvor, da bekam er etwa 19 Millionen Euro. Einer Auswertung der "Wirtschaftswoche" zufolge folgten Christian Sewing von der Deutschen Bank mit 15,7 Millionen, Roland Busch von Siemens mit 12,3 Millionen, Oliver Bäte von der Allianz mit 11,6 Millionen und Tim Höttges von der Deutschen Telekom mit 11,6 Millionen auf den Plätzen. Aufsteiger des Jahres dürfte Rheinmetall-Chef Armin Papperger sein. Er verdiente dank des Rüstungs-Booms mit über 10 Millionen Euro zweieinhalbmal so viel wie ein Jahr zuvor und schob sich auf Platz sechs vor. Die HRI-Studie basiert – wie in den vergangenen Jahren – auf den Vergütungsberichten von 38 der 40 Dax-Konzerne. Der Flugzeugbauer Airbus und der Diagnostikkonzern Qiagen sind nicht berücksichtigt. Beide Firmen haben ihren aktienrechtlichen Sitz nicht in Deutschland.