Keir Starmer hat eine harte Woche vor sich

Datum19.04.2026 16:36

Quellewww.spiegel.de

TLDRPremierminister Keir Starmer steht vor einer kritischen Woche im Parlament. Der Skandal um die Ernennung von Peter Mandelson zum Botschafter, obwohl dieser eine Sicherheitsprüfung nicht bestanden hatte, erreicht seinen Höhepunkt. Starmer behauptet, unwissend über das Ergebnis der Prüfung informierte worden zu sein und entließ einen hochrangigen Beamten. Es wird erwartet, dass Starmer im Parlament seine Position verteidigen muss, während weitere Enthüllungen über die Beziehungsgeflechte und die Rolle des entlassenen Beamten drohen.

InhaltDer britische Premier muss dem Parlament erklären, warum er Peter Mandelson zum Botschafter machte – obwohl der bei einer Sicherheitsprüfung durchgefallen war. Noch gefährlicher könnte Starmer aber ein zweiter Termin werden. Wenn Keir Starmer am Montag vors Parlament tritt, wird er es als bereits beschädigter Premierminister tun. Denn seit Enthüllungen des "Guardian" in der vergangenen Woche hat der Skandal um den Ex-Botschafter Peter Mandelson einen neuen Höhepunkt erreicht. Der "Guardian" konnte am Donnerstag enthüllen , dass Mandelson bei einer geheimen Sicherheitsprüfung des britischen Außenministeriums im Januar 2025 durchgefallen war. Weil Premierminister Starmer zu diesem Zeitpunkt allerdings schon öffentlich verkündet hatte, dass er Mandelson zum Botschafter in den USA ernennen würde, entschied das Außenministerium, dieses Ergebnis unter den Tisch fallen zu lassen. Die Frage, die jetzt im Raum steht: Geschah das, ohne dass der Premierminister davon wusste? Genau das ist es, was Starmer am Freitag gegenüber Reportern behauptete. Er erklärte, er sei "stinksauer" über die Situation, es sei "völlig inakzeptabel", dass ihm diese Information vorenthalten worden sei. Noch am Abend der Enthüllung feuerte Starmer den damals ranghöchsten Beamten Außenministerium, Olly Robbins. "Dass mir nicht mitgeteilt wurde, dass Peter Mandelson die Sicherheitsüberprüfung nicht bestanden hatte, als er ernannt wurde, ist unfassbar", sagte er gegenüber Reportern. "Dass mir nicht mitgeteilt wurde, dass er die Sicherheitsüberprüfung nicht bestanden hatte, als ich dem Parlament versicherte, dass alle vorgeschriebenen Verfahren eingehalten worden seien, ist unverzeihlich." Die Frage ist, ob diese Art Gepolter ausreicht, um die britischen Wähler – und die eigene Partei – von einer einfachen Tatsache abzulenken: Entweder ist der Premierminister ein Lügner. Oder er hat wenig Ahnung hat, was in seiner eigenen Regierung vor sich geht. Denn das ist aktuell Starmers Strategie: Von allen Seiten, so scheint er zu argumentieren, sei er belogen worden. Zuerst habe Mandelson selbst ihn belogen und ihn nicht informiert, dass er eine jahrelange Freundschaft zu Jeffrey Epstein pflegte. Und dann habe das Außenministerium ihn belogen, was das Ergebnis der Sicherheitsprüfung angeht. Seitdem hagelt es Kritik auf den Labour-Premierminister. Wenn Starmer morgen vor das Unterhaus tritt, um sein Statement abzugeben und sich den Fragen der Abgeordneten zu stellen, wird er sich ins Zeug legen müssen, um zumindest seine eigene Partei zu überzeugen. Noch kritischer wird es für Starmer allerdings wohl am Dienstag: Dann soll Olly Robbins aussagen, der geschasste Beamte aus dem Außenministerium. Viele sehen Robbins als Bauernopfer der Regierung, und der "Guardian" berichtet, Robbins selbst sei wütend über seinen Rauswurf. Starmer kann sich also auf eine anstrengende Woche gefasst machen.