Heino klagt gegen AfD-Wahlwerbung und will 250.000 Euro

Datum19.04.2026 15:06

Quellewww.spiegel.de

TLDRDer Sänger Heino klagt wegen unerlaubter AfD-Wahlwerbung auf 250.000 Euro Schmerzensgeld. Ein AfD-Kandidat nutzte Heinos Namen und ein Liedzitat für seine Kampagne. Heino, der sich als nicht politisch bezeichnet, aber rechtslastige Parteien ablehnt, fordert Unterlassung und Schadensersatz, da die Aktion ihm zu weit gehe. Der Politiker zeigt sich angesichts der rechtlichen Schritte kleinlaut.

InhaltEin AfD-Landratskandidat aus Brandenburg behauptete, Heino würde die Partei wählen. Der Sänger reagierte deutlich und der Politiker gibt sich inzwischen kleinlaut. Heino geht gerichtlich gegen AfD-Wahlwerbung vor. Beim Landgericht Neuruppin sei per Eilantrag eine einstweilige Verfügung beantragt worden, sagte Heinos Manager Helmut Werner. AfD-Kandidat Felix Teichner aus der Uckermark hatte vor der Landratswahl an diesem Sonntag mit Heino Wahlwerbung gemacht. Der Berliner Kurier  veröffentlichte einen Screenshot des inzwischen gelöschten Beitrags. "Ja, so blau, blau, blau blüht die Uckermark", hieß es darin in Anspielung auf Heinos Schlager "Blau blüht der Enzian". Auf dem Bild dazu stand: "Am Sonntag würde Heino Felix wählen!" Zuvor hatte "Bild " berichtet. Heino zu "Bild" Heinos Manager Werner sagte, man habe Teichner per Rechtsanwalt aufgefordert, eine Unterlassungserklärung zu unterzeichnen. Dem sei Teichner nicht nachgekommen. Der Politiker habe sich nach der Aufforderung als Heino-Fan bezeichnet und versprochen, die Werbung zu löschen. Das sei aber nicht genug, sagte Heinos Manager Werner. "Es besteht ja die Gefahr, dass die Tat wieder begangen werden kann." Das soll die einstweilige Verfügung verhindern. Der Sänger verlange zudem 250.000 Euro Schmerzensgeld. Zu "Bild" sagte Heino: "Ich empfinde es als Unverschämtheit, mich ungefragt zum Gesicht einer Partei zu machen. Bei meinen Konzerten ist zwar jeder willkommen, egal, was er wählt, aber diese Aktion geht mir eindeutig zu weit." AfD-Mann Teichner sagte der Zeitung, er sei ein Fan von Heino und sei kürzlich auf zwei seiner Konzerte gewesen. Das habe ihn animiert, "ihn in mein Posting einzubinden". Er könne die 250.000 Euro "nie abbezahlen". Eine Sprecherin des Landgerichts Neuruppin sagte, sie könne erst am Montag Angaben zu der Sache machen. Heino ist vor allem als Sänger deutscher Volkslieder wie "Schwarzbraun ist die Haselnuss" bekannt. Allerdings zog er über die Jahre aufgrund mehrerer Kontroversen Kritik auf sich. So schenkte er der NRW-Ministerin Ina Scharrenbach (CDU) 2018 ein Album mit Heimatliedern, darunter Stücke, die sich in einem Liederbuch der SS finden. In einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" sagte er 2013 über seinen Gesundheitszustand: "Aber noch bin ich ja hart wie Kruppstahl, zäh wie Leder und flink wie ein Windhund". Ein fast wörtliches Zitat einer Rede von Adolf Hitler von 1935. Ein Ex-Manager von Heino verwies damals darauf, dass dem Sänger dieser historische Zusammenhang nicht bewusst gewesen sei. Seit Jahrzehnten wird Heinos unkritische Haltung zu Volksliedern, die von den Nazis vereinnahmt wurden, bemängelt. Er selbst sagte einmal in einem Interview  von 2019, natürlich sei es ihm wichtig, gegen Rassismus aufzutreten. "Aber im Grunde genommen bin ich Musiker, weder links noch rechts. Ich bin überhaupt kein politischer Mensch." Von der AfD hält er offenbar wenig: "Aber wenn mich jemand fragt, dann kann ich doch nur sagen: Man sollte die AfD verbieten. Es ist kein Platz für solche rechtslastigen Politiker." 2023 bekräftigte er das . Ein Feuerwehrmann, die dritte Strophe des Deutschlandliedes und Heino – eine aktuelle Reportage über ein Konzert des Sängers lesen Sie hier .