Palästinenserpräsident Abbas verurteilt Hinrichtungen durch Hamas

Datum15.10.2025 10:59

Quellewww.spiegel.de

TLDRPalästinenserpräsident Mahmoud Abbas hat die jüngsten Hinrichtungen durch die Hamas im Gazastreifen scharf verurteilt, die er als eklatante Verletzung der Menschenrechte bezeichnete. Dutzende Zivilisten seien ohne Gerichtsverfahren getötet worden. Abbas fordert ein Ende der Tötungen und die strafrechtliche Verfolgung der Verantwortlichen. Diese Ereignisse verschärfen den Konflikt zwischen der Fatah-Bewegung und der Hamas, während Abbas betont, dass die Wiederherstellung der Rechtsstaatlichkeit im Gazastreifen essenziell ist.

InhaltDie Exekutionsszenen aus dem Gazastreifen sorgen für Empörung. Palästinenserpräsident Abbas kritisiert die Hamas scharf, er hofft auf neuen Einfluss im Küstengebiet. Im Gazastreifen steht die Aussicht auf ein bisschen Frieden. Doch begleitet wird sie postwendend vom erneut aufflammenden Konflikt zwischen der Palästinensischen Autonomiebehörde und der Hamas. Berichte über Hinrichtungen im Gazastreifen nutzt die Autonomiebehörde nun für einen verbalen Angriff. Konkret hat die Behörde die Exekutionen durch die Hamas-Terroristen scharf verurteilt. Dutzende Zivilisten seien dabei ohne Gerichtsverfahren getötet worden, hieß es nach Angaben der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa aus dem Amt des Präsidenten Mahmoud Abbas, dessen Behörde das von Israel besetzte Westjordanland verwaltet. Es handele sich um "abscheuliche Verbrechen", die unter keinen Umständen zu rechtfertigen seien. Sie stellten eine eklatante Verletzung der Menschenrechte und des Rechtsstaats dar und zeigten den Willen der Hamas, ihre Herrschaft mit Gewalt und Einschüchterung durchzusetzen. Der Präsident forderte ein sofortiges Ende der Tötungen, den Schutz unbewaffneter Bürger und die strafrechtliche Verfolgung der Verantwortlichen. Mehr zu den Hinrichtungen lesen Sie auch hier. Die Fatah-Bewegung von Abbas im Westjordanland und die Hamas, die den Gazastreifen kontrolliert, gelten als erbitterte politische Rivalen. Beide Seiten buhlen seit Jahren um die Macht in den Palästinensergebieten. Abbas erklärte weiter: "Der Gazastreifen ist ein integraler Bestandteil des Staates Palästina, und die Wiederherstellung der Rechtsstaatlichkeit und der legitimen Institutionen dort ist der einzige Weg, um dem Zustand des Chaos ein Ende zu setzen." Auf der Plattform X war ein Video veröffentlicht worden, das eine Gruppen-Erschießung von rund acht Personen auf einem Platz südlich von der Stadt Gaza zeigen soll. Umringt ist der Platz von einer Menge Schaulustiger. Augenzeugen sagten der Nachrichtenagentur dpa telefonisch, die Hamas habe den Getöteten vorgeworfen, Kollaborateure der israelischen Armee zu sein. Ein Kommentator der israelischen Zeitung "Jediot Achronot" schrieb dazu: "Die Hamas hat eine öffentliche Machtdemonstration abgehalten und ihre Kontrolle über die wenigen Teile des Gazastreifens wiederhergestellt, die zuvor eine gewisse Eigenständigkeit erlangt hatten." Es würden nun öffentliche Gräueltaten verübt, "Hinrichtungen sowie Folter und Misshandlungen all jener, die im Verdacht standen, zu kollaborieren oder die es gewagt hatten, sich gegen die Hamas zu erheben". Er schrieb weiter: "Diese Organisation, die bei jeder Gelegenheit betont, sie sei bereit, die Kontrolle über den Gazastreifen aufzugeben und sie an die Palästinensische Autonomiebehörde zu übergeben, verhält sich vor Ort wie eine Bewegung, die alles tun wird, um ihre Macht niemals aufzugeben." Teil des Plans von US-Präsident Donald Trump ist eine Entwaffnung der Hamas. Dies lehnt die Organisation jedoch ab.