Iran, USA und die Waffenruhe: Teheran sieht weiter Differenzen mit Washington

Datum19.04.2026 04:24

Quellewww.spiegel.de

TLDRIran sieht weiterhin erhebliche Differenzen mit den USA in Verhandlungen, obwohl Fortschritte erzielt wurden. Die angekündigte Öffnung der Straße von Hormus wurde rückgängig gemacht, was Teheran mit US-Blockaden iranischer Häfen begründet. US-Präsident Trump sieht keinen Druck durch die Blockade und bezeichnet die Gespräche als vielversprechend. Beide Seiten verhandeln weiter über die wichtige Meerenge.

InhaltIran hat die angekündigte Öffnung der Straße von Hormus wieder rückgängig gemacht. Nun äußert sich der Parlamentspräsident des Landes zum Stand der Verhandlungen mit den USA. Bei den Friedensverhandlungen zwischen Iran und den USA bestehen nach Angaben aus Teheran weiter große Differenzen. Man habe zwar Fortschritte erzielt, doch gebe es weiterhin eine erhebliche Kluft zwischen den beiden Staaten, erklärte Irans Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf in einem Interview der staatlichen Nachrichtenagentur Tasnim. Einige Streitpunkte seien zwar gelöst worden, andere Punkte blieben jedoch ungeklärt. Man sei noch "weit von einer endgültigen Einigung entfernt". Sein Land kontrolliere den gesamten Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, sagte Ghalibaf in dem am Morgen im iranischen Staatsfernsehen ausgestrahlten Interview. Kurz zuvor hatte Iran die angekündigte Öffnung der für den globalen Ölmarkt wichtigen Meerenge wieder rückgängig gemacht und geht seither dort militärisch gegen Schiffe vor. Die Entscheidung der USA, eine Blockade zu verhängen, sei töricht und ignorant gewesen, sagte Ghalibaf. US-Präsident Donald Trump sieht sich nach eigenen Angaben durch die iranische Blockade der Straße von Hormus nicht unter Druck gesetzt. Teheran gehe seit Jahren so vor, sagte Trump im Weißen Haus: "Damit können sie uns nicht erpressen." Zugleich betonte Trump ebenfalls, dass beide Seiten weiter verhandelten und die Gespräche derzeit vielversprechend seien: "Es läuft wirklich sehr gut", sagte er. Er deutete an, dass es bald neue Erkenntnisse geben könnte. "Wenn die Blockade nicht aufgehoben wird, wird der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus zweifellos eingeschränkt sein", sagte er. Daran bestehe kein Zweifel. Zuvor hatte bereits ein Sprecher des Hauptquartiers der Streitkräfte laut Nachrichtenagentur Fars die anhaltende Blockade iranischer Häfen durch die USA als Grund für die erneute Schließung der Meerenge genannt – keine 24 Stunden nach Ankündigung der Öffnung für die Schifffahrt. Die Meerenge unterliege der strengen Verwaltung und Kontrolle der Streitkräfte, hieß es. Das US-Militär teilte seinerseits mit, weiter gegen Schiffe vorzugehen, die iranische Häfen anlaufen oder von dort ablegen wollen.