Datum19.04.2026 00:50
Quellewww.spiegel.de
TLDRIn Berlin-Nikolassee fiel für 1314 Haushalte kurzzeitig der Strom aus. Die Störung wurde laut Netzbetreiber schnell behoben und die Stromversorgung war gegen 23:35 Uhr wiederhergestellt. Eine Ursache wurde zunächst nicht genannt, die Polizei erhöhte jedoch die Präsenz aus Sicherheitsgründen. Der Vorfall erinnert an einen tagelangen Stromausfall Anfang des Jahres, der durch Brandanschläge von Linksextremisten verursacht worden sein soll.
InhaltDer Stromausfall zu Jahresbeginn in Berlin bei eisigen Temperaturen und Schnee hat für Schlagzeilen gesorgt. Entsprechend nervös reagieren die Menschen bei einem neuen Ausfall. Dieser wurde jedoch entsprechend schnell behoben. Rund drei Monate nach dem tagelangen Stromausfall im Berliner Südwesten ist in einem Teil des damals betroffenen Gebiets erneut der Strom ausgefallen. Die Störung in Nikolassee konnte laut dem Netzbetreiber Stromnetz Berlin GmbH jedoch zeitnah behoben werden. Gegen 23.35 Uhr waren nach Angaben eines Sprechers alle 1314 betroffenen Haushalte wieder am Netz. Der Strom sei gegen 22.00 Uhr ausgefallen, hieß es zuvor vom Netzbetreiber. Erste Haushalte waren bereits gegen 22.40 Uhr wieder am Netz. Zu der Ursache des Stromausfalls konnte der Sprecher bislang keine Angaben machen. Betroffen waren die Straßen Kirchweg, Schopenhauerstraße, Von-Luck-Straße, Waldrebensteig, Wasgenstraße und Umgebung. Die Polizei verstärkte während des Stromausfalls ihre Streifentätigkeit in dem betroffenen Gebiet. "Unsere Einsatzkräfte sind dort nun verstärkter unterwegs, um ansprechbar zu sein und das Sicherheitsgefühl der Anwohnerinnen und Anwohner zu stärken", teilte sie auf der Plattform X mit. Die Menschen könnten sich auch an die Polizeiwache vor Ort wenden. Anfang Januar war es im Südwesten der Stadt nach einem mutmaßlich von Linksextremisten begangenen Brandanschlag auf eine Kabelbrücke zu dem bislang längsten Stromausfall der Nachkriegsgeschichte gekommen. 100.000 Menschen in 45.000 Haushalten und mehr als 2000 Gewerbebetriebe waren teils tagelang ohne Strom und damit oft auch ohne Heizung. Am 7. Januar war die Stromversorgung wieder für alle hergestellt. Damals herrschte eisige Kälte und es lag Schnee. Tausende Berliner flüchteten in Hotels. Beim Senat gingen mehr als 2800 Anträge zur Erstattung der Kosten ein. Der Senat kündigte während des Stromausfalls an, die Kosten zu übernehmen. Die Auszahlung läuft über den Bezirk Steglitz-Zehlendorf. In etwa 700 Fällen sei das Geld ausgezahlt oder die Anträge seien positiv beschieden worden, hieß es Anfang Januar vom Bezirk. Um die Täter zu finden, wurde eine Belohnung in Millionenhöhe für Hinweise zu ihnen ausgelobt . Demjenigen, der den Ermittlern bis zum 24. Februar entscheidende Informationen gibt, die zur Aufklärung des Brandanschlags vom 3. Januar führen, wurde eine Million Euro versprochen. Die Frist dafür lief jedoch am 24. Februar ab. Bislang ist nichts von einem Fahndungserfolg der Polizei bekannt. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe äußerte sich auf Anfrage nicht zu der Zahl der eingegangenen Hinweise seit Bekanntgabe der Belohnung durch das Bundeskriminalamt vor einem Monat. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sprach Anfang Februar von einer Vielzahl von Hinweisen und drückte seine Hoffnung aus, jemand aus der linksextremistischen Szene könnte die Täter kennen und der Polizei einen Tipp geben. Einen massiven Blackout hatte es zuvor bereits im September 2025 im Bezirk Treptow-Köpenick gegeben. Damals waren zeitweise rund 50.000 Privathaushalte und rund 2000 Gewerbebetriebe betroffen. Am 9. September 2025 hatte ein nächtliches Feuer Starkstromkabel im Südosten Berlins weitgehend zerstört. In einem Bekennerschreiben im Internet war von einem Angriff auf den Technologiepark Adlershof und die dortigen Firmen und Forschungseinrichtungen die Rede. Bei den Firmen wurden nach aktuellen Schätzungen Schäden zwischen 30 und 70 Millionen Euro verursacht.