Rückruf in Österreich: Ermittlungen wegen mit Rattengift manipulierter Hipp-Babynahrung

Datum18.04.2026 23:06

Quellewww.spiegel.de

TLDRIn Österreich wurde ein Fall von mutmaßlicher Erpressung mit Hipp-Babynahrung bekannt. Ein Gläschen wurde mit Rattengift manipuliert aufgefunden. Hipp hat daraufhin alle seine Babykostgläschen bei Spar zurückgerufen. Die Polizei warnt dringend vor dem Verzehr und bittet um Meldung verdächtiger Produkte. Mögliche gesundheitliche Folgen von Rattengift sind gravierend. Die Ermittlungen scheinen auf einem Hinweis aus Deutschland zu basieren.

InhaltBei dem "gefährlichen Stoff" in Hipp-Babykostgläschen handelt es sich um Rattengift. Österreichische Behörden gehen von einem Erpressungsversuch aus. Die Polizei stellte ein verunreinigtes Glas sicher. In Österreich ist der Babynahrungshersteller Hipp offenbar Ziel eines mutmaßlichen Erpressungsversuchs geworden. Nach Angaben der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (Ages) besteht der Verdacht, dass einzelne Gläser des Produkts "Gemüsegläschen Karotte mit Kartoffel" (190 Gramm) mit Rattengift versetzt worden sein könnten. Betroffen ist demnach nach derzeitigem Stand eine Spar-Filiale in Eisenstadt. Manipulierte Gläser seien mit einem weißen Aufkleber und einem roten Kreis gekennzeichnet. Die Polizei im Burgenland teilte mit, ein mit Rattengift verunreinigtes Gläschen mit Hipp-Babynahrung sei gefunden worden. Ein Kunde habe den Fund gemeldet, verzehrt wurde nichts. Die Polizei veröffentlichte eine dringende Warnung an die Bevölkerung: Verdächtige Gläser sollten nicht geöffnet und der Polizei gemeldet werden. Hipp hatte sein gesamtes Sortiment an Babykostgläschen bei der Supermarktkette Spar zurückgerufen. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass durch "Manipulation" ein "gefährlicher Stoff" in das Produkt eingebracht worden sei, erklärte das Unternehmen in der Nacht zum Samstag. Ein Hipp-Sprecher hatte von einem "externen kriminellen Eingriff" gesprochen. "Der Verzehr eines solchen Gläschens kann lebensgefährlich sein", warnte das Familienunternehmen. Es hat seine Ursprünge vor mehr als 120 Jahren in Pfaffenhofen in Bayern. Sitz der Hipp Holding AG ist heute in Sachseln im Schweizer Kanton Obwalden. Kundinnen und Kunden wurden aufgerufen, in Österreich bei Spar gekaufte Hipp-Babykostgläschen nicht zu konsumieren und zurückzugeben, da der Verzehr eines solchen Gläschens lebensgefährlich sein könnte. Ein Sprecher sprach von einem "externen kriminellen Eingriff". Nach Angaben der Polizei wurde unter den aus den Regalen genommenen Gläsern in Österreich kein weiteres manipuliertes Produkt entdeckt. Möglich sei aber, dass vor der Räumung bereits Gläser gekauft worden seien. Eltern sollten ungenutzte Gläschen in den Supermarkt zurückbringen und sich bei der Polizei melden, falls ihnen etwas Verdächtiges aufgefallen sei – auch, um gegebenenfalls Beweismittel zu sichern. Ages zufolge können Wirkstoffe in Rattengiften die Blutgerinnung beeinträchtigen. Mögliche Folgen seien etwa Zahnfleisch- oder Nasenbluten, blaue Flecken oder Blut im Stuhl. Sollten Eltern solche Symptome bei ihren Kindern feststellen, die Hipp-Nahrung gegessen haben, sollten sie ärztlichen Rat einholen. Wie die österreichische Polizei mitteilte, kam ein Hinweis aus Deutschland. "Hintergrund sind laufende Ermittlungen in Deutschland", so die Polizei. Verwirrung herrschte darüber, ob auch Produkte in anderen Ländern betroffen sind. Ages sprach zunächst von zwei betroffenen Supermärkten in Tschechien, nahm diese Angaben aber später wieder von seiner Webseite und nannte nur noch eine betroffene Spar-Filiale in Eisenstadt. Anschließend sprach die Polizei Burgenland aber davon, dass auch in Tschechien und der Slowakei verdächtige Gläser sichergestellt worden seien.