WM-Qualifikation: Enttäuschendes 0:0: DFB-Frauen rat- und torlos in Österreich

Datum18.04.2026 19:52

Quellewww.zeit.de

TLDRDie deutschen Fußballerinnen trennten sich in der WM-Qualifikation in Österreich 0:0. Nach zuvor souveränen Siegen zeigte die DFB-Elf eine enttäuschende Leistung und verlor Kapitänin Janina Minge durch Platzverweis. Trotz des Punktverlusts führt Deutschland die Gruppe an, steht aber im Spitzenspiel gegen Norwegen unter Druck, da nur der Gruppenerste direkt qualifiziert ist.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „WM-Qualifikation“. Lesen Sie jetzt „Enttäuschendes 0:0: DFB-Frauen rat- und torlos in Österreich“. Die deutschen Fußballerinnen haben erstmals in der Qualifikation für die WM 2027 in Brasilien Punkte liegen lassen. Das Nationalteam von Bundestrainer Christian Wück kam in Ried gegen Gastgeber Österreich nicht über ein 0:0 hinaus und zeigte vor rund 4.300 Zuschauern eine enttäuschende Vorstellung. Zu allem Übel sah Spielführerin Janina Minge wegen einer Notbremse (79. Minute) auch noch die Rote Karte. Im neunten Vergleich konnte Deutschland erstmals nicht gegen Österreich gewinnen. Die DFB-Frauen führen zwar die Tabelle der Gruppe 4 weiter mit nun zehn Punkten und 14:1 Toren an, stehen aber am 5. Juni in Köln gegen Verfolger Norwegen unter Druck. Nur der Gruppenerste qualifiziert sich direkt. Nach zuvor drei deutlichen Siegen schwächelte die deutsche Auswahl dieses Mal. Vier Tage nach dem 5:1 in Nürnberg gegen das Austria-Team zeigten die deutschen Frauen sichtlich bemüht, die von Wück geforderte Passsicherheit und auch ein schlaueres Laufverhalten umzusetzen - taten sich aber in der ersten Halbzeit erneut schwer. Die Österreicherinnen, bei denen die verletzte Sarah Zadrazil vom FC Bayern als "Fußballerin des Jahres" ausgezeichnet wurde, wehrten sich erst mal erfolgreich gegen den Favoriten. Beide Teams mussten ohne ihre etatmäßigen Kapitäninnen auskommen: Die Münchnerin Giulia Gwinn fehlte der DFB-Elf nach ihrer in Nürnberg ausgekugelten Schulter, Rekordnationalspielerin und Kapitänin Sarah Puntigam der Austria-Auswahl wegen einer Gehirnerschütterung.  Für Gwinn lief wie erwartet die Leverkusenerin Carlotta Wamser als Rechtsverteidigerin auf. In der Offensive versuchte Wück etwas Neues: Hinter Sturmspitze Nicole Anyomi startete anstelle von Linda Dallmann erstmals Larissa Mühlhaus in ihrem dritten Länderspiel auf der Zehn. Die 23-Jährige leitete auch mit einem Heber die erste Chance ein. Torhüterin Mariella El Sherif, Clubkollegin von Mühlhaus bei Werder Bremen, rettete in höchster Not (4. Minute) gegen Jule Brand. Ansonsten lief wenig über die Mitte, immer wieder versuchten es die deutschen Frauen über die Flügel - blieben aber ohne Wirkung. Lautstark und sichtlich ungeduldiger gab Wück an der Seitenlinie nach der Pause seine Anweisungen an der Seitenlinie. Ein Schuss von Elisa Senß knapp am Tor vorbei war zunächst die einzige Ausbeute. Dann brachte der Bundestrainer Bayern-Angreiferin Linda Dallmann für Endemann, später noch Franziska Kett und Torjägerin Lea Schüller. Die Spielerinnen hatten sichtlich mit der ungewohnten Situation zu kämpfen und agierten zunehmend nervös. "Auf was wartet ihr denn?", rief Wück von außen, als es nicht schnell genug weiterging. In der 72. Minute wäre das Tor aber fast gefallen: Nach einem Mühlhaus-Freistoß parierte El Sherif den Kopfball von Sjoeke Nüske, Abwehrchefin Minge köpfte den Abpraller an die Latte (72.). Kurz darauf wurde die Wolfsburgerin vom Platz gestellt, als sie bei einem Konter der Österreicherinnen Julia Hickelsberger unsanft und regelwidrig stoppte. © dpa-infocom, dpa:260418-930-962914/1