Datum18.04.2026 19:00
Quellewww.spiegel.de
TLDREin französischer UNIFIL-Soldat wurde im Südlibanon im Rahmen eines "Hinterhalts" getötet, drei weitere wurden verletzt. Die UN geht davon aus, dass die Hisbollah, die eine Beteiligung zurückweist, verantwortlich ist. Frankreich fordert die Festnahme der Täter. Der Soldat räumte Sprengsätze und machte einen Weg frei, als er beschossen wurde. Es ist bereits das zweite Mal in wenigen Wochen, dass UNIFIL-Soldaten Opfer von Gewalt wurden.
InhaltIm Süden des Libanon ist laut Präsident Emmanuel Macron ein französischer Soldat getötet worden. Die Verteidigungsministerin spricht von einem "Hinterhalt". Im Libanon ist ein französischer Soldat der Uno-Mission UNIFIL getötet worden. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron teilte auf dem Kurznachrichtendienst X mit, drei weitere Kameraden seien verwundet und evakuiert worden. "Alles deutet darauf hin, dass die Hisbollah für diesen Angriff verantwortlich ist", schrieb Macron. Er forderte die libanesische Regierung auf, die Verantwortlichen sofort festzunehmen. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. UNIFIL teilte mit, die Soldaten hätten Sprengsätze an einer Straße im Süden beseitigt. Dabei seien sie beschossen worden, einer der UNIFIL-Soldaten sei getötet und drei weitere seien verletzt worden. Die Organisation sprach von einem "vorsätzlichen" Angriff. Der Beschuss sei einer ersten Einschätzung zufolge "von nichtstaatlichen Akteuren" ausgegangen. "Mutmaßlich" handele es sich um die Hisbollah. Die Regierung müsse die Täter "zur Rechenschaft ziehen". Die Hisbollah wies in einer Erklärung jegliche "Verbindung zu dem Angriff" zurück. Die Miliz warnte vor voreiligen Urteilen, die Untersuchungen der libanesischen Armee liefen noch. Die französische Verteidigungsministerin Catherine Vautrin sprach auf X von einem "Hinterhalt". Ihr zufolge wurde der Franzose "durch einen direkten Schuss aus einer Handfeuerwaffe" getötet. Er war demnach im Einsatz, um einen Weg zu einem Uno-Posten freizumachen, "der seit mehreren Tagen durch die Kämpfe in der Region isoliert war". Der Hinterhalt sei "von einer bewaffneten Gruppe aus nächster Nähe" erfolgt, erklärte Vautrin weiter. Sie fügte hinzu, dass der französische Blauhelmsoldat von seinen Kameraden "unter Beschuss geborgen" worden sei. Libanons Regierungschef Nawaf Salam verurteilte "den heutigen Angriff auf Mitglieder des französischen UNIFIL-Bataillons aufs Schärfste". Er habe "Anweisungen für eine sofortige Untersuchung gegeben, um die Umstände dieser Attacke aufzuklären und die Angreifer zur Verantwortung zu ziehen". Die Blauhelme der UNIFIL überwachen seit 1978 das Grenzgebiet zwischen Israel und dem Libanon. Immer wieder gab es dabei auch in ihren Reihen Tote und Verletzte. Vor einigen Wochen wurden zwei indonesische Soldaten der UNIFIL-Mission bei einer Explosion getötet. In der Nacht zu Freitag war eine Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon in Kraft getreten. Für zehn Tage, auf Druck der USA, will Israel seine Luftangriffe auf den Libanon einstellen. Gleichwohl meldet die libanesische Armee am Freitag fortlaufende israelische Angriffe aus der Luft und durch Artillerie entlang der Grenze. Warum die Hoffnung auf einen stabilen Frieden zwischen Israel und dem Libanon gering ist, lesen Sie hier .