Datum18.04.2026 18:18
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer Rettungsversuch eines gestrandeten Buckelwals vor Poel verzögert sich. Eine private Initiative kritisiert die langwierigen Behördenabstimmungen für jeden Schritt. Das Umweltministerium weist die Kritik zurück und verweist auf eine unbürokratische Sonderregelung für eine hinzugezogene Meeresbiologin aus Hawaii. Der Wal ist seit zwei Wochen gestrandet, die Initiative plant seinen Transport in die Nordsee. Fachleute äußern Zweifel am Erfolg und möglichen Schaden.
InhaltDer Rettungsversuch für den Buckelwal verzögert sich. Die Privatinitiative hält sich zum Zeitplan bedeckt und kritisiert die Behörden. Zu Unrecht, sagen die - und verweisen auf eine Sonderregelung für eine Ärztin aus Hawaii. Der Rettungsversuch des vor Poel gestrandeten Buckelwals dauert länger als vermutet. "Heute wird er nicht mehr transportiert", sagte Janine Bahr-van Gemmert, eine Sprecherin der Initiative. Ersten Angaben zufolge war dies bereits für Freitag geplant gewesen. Bahr-van Gemmert sagte, die Rinne und ein Bereich um den Wal sei bereits freigespült worden. Man habe zudem versucht, in sein Maul zu schauen und nachzusehen, ob sich dort noch ein Stück Netz befinde. Das aber sei nicht möglich gewesen. Fragen zum Zeitplan beantwortete sie nicht. Sie sagte, die Sache sei "sehr, sehr schwierig", da jeder Schritt genehmigt werden müsse. Alles, was nicht zu hundert Prozent dem Konzept entspreche, müsse schriftlich genehmigt werden. "Und das verzögert es natürlich durchaus." Schon zuvor hatte eine Sprecherin die aufwendigen Abstimmungen mit den Behörden kritisiert. So müsse etwa das Aufbringen von Tüchern mit Zinksalbe gegen die Hautprobleme des Wals jeden Tag neu beantragt und genehmigt werden. Nach Aussage einer Sprecherin des Schweriner Umweltministeriums bemühen sich die Behörden um schnelle Abstimmungen. So habe etwa die von der Initiative aus Hawaii hinzugezogene Tierärztin Jenna Wallace zwar keine Berufserlaubnis in Deutschland. Dieses Problem habe man aber schnell gelöst. Sie habe eine vorübergehende Erlaubnis zur Ausübung des tierärztlichen Berufes erhalten. Dabei handle es sich um eine Sonderregelung für Tierärzte aus dem Ausland. Der Buckelwal ist seit gut zwei Wochen vor der Insel Poel gestrandet. Eine private Initiative versucht, das Tier in die Nordsee zu bringen. Nach früheren Angaben sollte zunächst Schlick im Bereich des Wals weggespült werden, um diesen dann mit Luftkissen anzuheben. Unter den Wal sollte dann eine zwischen Pontons – also schwimmende Plattformen – befestigte Plane geführt werden, mit der er angehoben werden soll. Allerdings hatten Fachleute namhafter Institute sinngemäß erklärt, ein Transportversuch schade mehr, als er dem Tier helfe. Das Landwirtschaftsministerium hatte das Konzept der Gruppe überprüft und duldet die Aktion. Die Aktion ist eine private Initiative des Mediamarkt-Gründers Walter Gunz und der Unternehmerin Karin Walter-Mommert. Dafür hatte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) am Mittwoch überraschend grünes Licht gegeben. Die Verantwortung für die neue Aktion liege vollständig bei den Initiatoren, betonte Backhaus, auch finanziell. Lesen Sie hier mehr über den Kreis der Unterstützer.