Gestrandeter Wal in der Ostsee: Ethikrat: Buckelwal-Drama löst bei einigen die Ohnmacht auf

Datum18.04.2026 15:35

Quellewww.zeit.de

TLDRDer gestrandete Buckelwal in der Ostsee löst laut dem Deutschen Ethikrat bei manchen Menschen Handlungsfähigkeit aus, als Gegenreaktion auf globale Krisen. Dieses Phänomen, bei dem die „kleine“ Krise des Wals andere Sorgen überschattet, unterstreicht die gestiegene moralische Verantwortung des Menschen für die Natur. Die Entscheidungsgrundlage für Hilfe müsse immer auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren und Mensch und Tier angemessen berücksichtigen.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Gestrandeter Wal in der Ostsee“. Lesen Sie jetzt „Ethikrat: Buckelwal-Drama löst bei einigen die Ohnmacht auf“. Das Drama rund um den vor der Ostsee-Insel Poel gestrandete Buckelwal sorgt nach Ansichten des Deutschen Ethikrats bei einigen Menschen für mehr Handlungsfähigkeit statt Ohnmacht.  Einige bekämen das Gefühl, "hier noch irgendwas machen zu können, irgendwas tun zu können, irgendwas noch zu tun, weil alle anderen Krisen, sei es die Klimakrise, sei es die Kriege, ja doch in ein gewisses Ohnmachtsgefühl führen", sagte eine Sprecherin des Deutschen Ehtikrats in einem am Freitag aufgezeichneten Interview mit dem Sender News5. "Wir fühlen uns ohnmächtig und da können wir jetzt was tun." Das erkläre die Reaktion vieler, die sonst keine Nähe zu Walen gehabt hätten. Das Phänomen, dass so eine Mensch-Tier-Beziehung wichtiger erscheine als alle Kriegsszenarien um uns herum, sei auch ein Zeichen der Zeit, sagte sie. "Und es ist sehr interessant, dass in diesen großen Krisenzeiten diese, in Anführungszeichen, kleine, für manche sehr große Krise, ja alles andere überschattet." Die Frage nach der richtigen Hilfe sowie dem Umfang müsse stets neu beurteilt werden. "Ich würde immer sagen, maximal viel für das Tier, aber auch nicht unverhältnismäßig für den Menschen." Dieses Abwägen mache es schwierig, eine Seite für die richtige zu beurteilen. "Es ist ein Prozess, immer wieder zu entscheiden, jeden Tag." Die Meinung der Fachwissenschaft sei elementar. "Ich würde immer Meeresforscher, diejenigen, die sich wirklich mit den Walen auskennen, fragen, weil die können es am besten beurteilen", sagte sie. Sie sprach sich gegen sogenannte Quasiexperten aus. Der sehr spezifische Fall des Buckelwals sei sowohl eine tierethische, als auch eine medienethische Frage Eine gewisse Verpflichtung der Menschen bestehe aber: "Der menschliche Eingriff in die Natur ist so stark, also wir sind so invasiv, dass wir immer mehr moralische Verantwortung tragen, auch solche Arten zu retten." © dpa-infocom, dpa:260418-930-962181/1