Datum18.04.2026 15:22
Quellewww.zeit.de
TLDRDynamo Dresden feierte einen wichtigen 2:0-Heimsieg gegen den VfL Bochum im Abstiegskampf der 2. Bundesliga. Nach den Ausschreitungen beim Spiel gegen Hertha BSC blieb es erfreulicherweise friedlich. Die Ultras präsentierten eine Choreographie ohne negative Transparente, auch dank angedrohter Stadionverbote und der Mitarbeit des Vereins. Sachsens Innenminister bezeichnete das Spiel als "entscheidende Nagelprobe" für ein friedliches Fanverhalten.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „2. Fußball-Bundesliga“. Lesen Sie jetzt „Dynamo Dresden feiert Bochum-Sieg friedlich“. Dynamo Dresden kann erst einmal aufatmen. Sportlich gab es für den Fußball-Zweitligisten einen enorm wichtigen Heimsieg. Außerhalb des Platzes blieb es nach den Fan-Ausschreitungen beim Gastspiel von Hertha BSC Krawallen friedlich. Die angedrohten Stadionverbote scheinen zu wirken. Sportlich gelang Dynamo ein 2:0 (1:0) im Abstiegskampf der 2. Bundesliga gegen den VfL Bochum. "Wir haben gut verteidigt zusammen und vorn unsere Chancen genutzt. Die Null steht, das, was zählt", sagte Dynamos Innenverteidiger Friedrich Müller nach dem enorm wichtigen Erfolg am 30. Spieltag. Auf den ersten direkten Abstiegsplatz haben die Sachsen nun fünf Punkte Vorsprung. Jason Ceka (5. Minute) hatte die Gastgeber in Führung gebracht, nach dem Wechsel erhöhte Vincent Vermeij (59.). Die frühe Führung von Ceka (5.) brachte wenig Rückenwind. Zwar hätte Kofi Amoako (14.) nach einem starken Solo erhöhen können, doch aus Nahdistanz scheiterte er an VfL-Keeper Timo Horn. Bochum hatte die erste hochkarätige Chance dank Mats Pannewig erst in de 18. Minute. Dynamos Ersatzkeeper Daniel Mesenhöler, der kurzfristig für Tim Schreiber (Muskelprobleme) in die Startelf rückte, war jedoch hellwach. Danach verflachte die Partie, Dynamo riskierte wenig, spielte zu viel hintenherum, statt die Tiefe zu suchen. Bochum mit Trainer und Ex-Dynamo-Stürmer Uwe Rösler war zwar stabil in der Defensive, aber zu ideenlos im Spielaufbau. Nach dem Wechsel bugsierte Vermeij (59.) nach erneuter Vorarbeit von Ben Bobzien den Ball mit Sohle und Hacke über die Linie. Das reichte für einen glanzlosen Arbeitssieg. Alle Augen waren nach den Krawallen gegen Hertha BSC auf die Dynamo-Ultras gerichtet. Diese präsentierten eine riesige Choreographie zum Thema Dresdner Kunst, Kultur und Barock mit einem Transparent: "Nur mit Dynamo erstrahlt Dresden in vollem Glanz". Auf ein böses Transparent in Richtung der Fußball-Verbände oder der Politik verzichteten die Ultras. Vielleicht, weil der Zweitligist seinen Anhängern mit Stadionverboten und dem Entzug der Mitgliedschaft gedroht hatte. "Wer derartige Verfehlungen vorweist, kann nicht länger Teil unserer Sportgemeinschaft sein", sagte Präsident Ronny Rehn in dieser Woche. Der kaufmännische Geschäftsführer Stephan Zimmermann hatte angekündigt, dass es bei der Aufarbeitung "keinerlei Diskussionspotenzial" gäbe. Sachsens Innenminister Armin Schuster hatte die kommenden Heimspiele für Verein und Fanszene als "entscheidende Nagelprobe über die ehrliche Abkehr von Gewalt und Krawall" ausgerufen. Von dem überarbeiteten Sicherheitskonzept im Stadion waren schon einige Sachen umgesetzt worden. So wurde der Sitzplatzbereich des Auswärtsblocks mit Netzen abgesperrt, um ein Überklettern der Bande zu verhindern. Auch der Pufferbereich rund um den Gästeblock zum Heimbereich wurde verstärkt abgesichert. Polizeikräfte wurden nicht direkt im Stadion positioniert. Das soll ist bei Hochsicherheitsspielen geplant. Dann sollen künftig auch Ordnungsdienstmitarbeiter den Bereich vor dem K-Block im Innenraum absichern. © dpa-infocom, dpa:260418-930-962108/1