FDP: Wolfgang Kubicki will mehr als zehn Prozent für die Partei holen

Datum18.04.2026 09:14

Quellewww.spiegel.de

TLDRWolfgang Kubicki strebt als potenzieller FDP-Chef mehr als zehn Prozent der Stimmen an. Er glaubt an den "Kubicki-Effekt", der die Partei zunächst über die Vier-Prozent-Hürde und dann auf frühere Erfolgsresultate führen soll. Kubicki, der sich Ende Mai um den Vorsitz bewirbt, wird von Christian Lindner und Friedrich Merz unterstützt. Die FDP liegt aktuell bei drei Prozent in Umfragen.

InhaltDie FDP war so abgeschrieben, dass Umfrageinstitute die Werte für die Liberalen nicht mal mehr einzeln ausgewiesen haben. Aber Wolfgang Kubicki glaubt an den "Kubicki-Effekt". Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki strebt im Fall seiner Wahl zum Parteichef wieder Wahlergebnisse über zehn Prozent der Stimmen an. "Zunächst schwebt mir vor, die FDP nach einem Jahr bitterböser Bedeutungslosigkeit wieder in die Nähe von fünf Prozent zu heben" und dann darüber, sagte Kubicki der "Welt am Sonntag ". "Der Kubicki-Effekt beginnt bei sechs Prozent. Dann ist die Hürde überwunden", sagte der Schleswig-Holsteiner. Sein Anspruch ist aber größer. Bei den Bundestagswahlen 2017 und 2021 habe die FDP 10,7 und 11,4 Prozent geholt, so Kubicki: "Ein Anspruch darunter ist für einen Kampfsportler wie mich kein wirklicher Anspruch." Kubicki kandidiert auf dem Parteitag Ende Mai für zunächst ein Jahr als neuer Vorsitzender. "Wenn wir im Mai nächsten Jahres in Umfragen immer noch bei zwei Prozent stehen, dann kann auch Wolfgang Kubicki nicht mehr helfen", sagte der 74-Jährige. Im aktuellen "Politbarometer", das das ZDF am Freitag veröffentlichte, kommt die FDP bereits auf drei Prozent – nachdem die Partei zuvor mangels ausreichender Nennungen nicht einzeln aufgeführt worden war. Kubicki berichtete, dass der frühere Parteichef Christian Lindner ihn animiert habe anzutreten: "Die Tatsache, dass er mich angeschrieben und mit mir telefoniert hat, um zu sagen ›Du musst es machen‹, deutet darauf hin, dass ihm die FDP nicht egal ist." Neben Kubicki bewirbt sich der nordrhein-westfälische Landeschef Henning Höne um den Bundesvorsitz. "Wenn ich gewählt werde, würde ich mich freuen, wenn Henning als Stellvertreter weiter macht", sagte Kubicki. Nicht nur Lindner spielte eine Rolle bei der Kubicki-Kandidatur – auch Friedrich Merz, wie Kubicki im SPIEGEL-Gespräch erzählt. Lesen Sie hier  im Interview außerdem, wie der 74-Jährige mit seiner Frau über seine Kandidatur verhandelte und warum er sein SPIEGEL-Abo gekündigt hat.