Datum18.04.2026 06:39
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer Artikel beleuchtet verschiedene politische und internationale Themen. Im Nahen Osten gibt es widersprüchliche Signale bezüglich einer Annäherung zwischen den USA und dem Iran, während die deutsche Marine sich auf eine mögliche Schutzmission vorbereitet. Die FDP zeigt sich trotz früherer Abgesänge von Friedrich Merz wieder vital und bereitet sich auf ihre Bundesvorsitzwahl vor. Bundeskanzler Merz muss zudem für Brasiliens Präsidenten Lula ein passendes Mittagessen, speziell eine gute Wurst, in Hannover finden. Ein peinlicher Fehler bei der geplanten Gehaltserhöhung für Spitzenbeamte sorgt für Aufregung.
InhaltDie Lage an der Straße von Hormus: Hoffnung und Skepsis. Die FDP regt sich noch. Der Kanzler muss für Brasiliens Präsidenten einen guten Imbiss auftreiben. Das ist die Lage am Samstagmorgen. Wie geht es darum, wie eine Annäherung zwischen den USA und Iran zustande kommen kann. Um Lebenszeichen der Liberalen. Und um das Wiedersehen von Kanzler Merz mit Brasiliens Präsidenten Lula. Es tut sich etwas in den Verhandlungen zwischen den USA und Iran. Offenbar steigt auf beiden Seiten der Druck, sich zu einigen. In den vergangenen Stunden gab es ermutigende Meldungen: Trump sagte am Freitag dem Portal "Axios", dass es schon bald einen "Deal" mit Iran geben werde – "in ein oder zwei Tagen". Was aber skeptisch stimmt: Die Nachrichtenlage ist verwirrend. Das liegt daran, dass das Durchstechen angeblicher Informationen Teil der Verhandlungsführung ist – eine Taktik, um auszuloten, zu welchen Zugeständnissen der Gegner bereit ist. Irans Ankündigung, die Schiffspassage wieder zu öffnen, erreichte die Europäer in Paris, als sie gerade über eine mögliche Schutzmission nach dem Irankrieg berieten. Wie meine Kollegen Matthias Gebauer und Paul-Anton Krüger berichten, bereitet sich die deutsche Marine schon seit einiger Zeit auf solch einen Einsatz vor. Am Tag nach der baden-württembergischen Landtagswahl erklärte der Kanzler die Liberalen für tot. "Die FDP ist nun seit gestern endgültig sozusagen von der politischen Bühne in Deutschland verschwunden. Sie wird keine Rolle mehr spielen", sagte Friedrich Merz Anfang März. Vielleicht war der Kanzler vorschnell mit seinem Urteil. An diesem Wochenende machen die Liberalen jedenfalls einen recht vitalen Eindruck. Gleich vier Landesverbände halten am heutigen Samstag Parteitage ab: die Nordrhein-Westfalen, die Bayern, die Hamburger, die Brandenburger. Interessant dürfte das Treffen der NRW-FDP in Duisburg sein, dort stellt sich der Landesvorsitzende Henning Höne zur Wiederwahl. Höne könnte ein starkes Votum gut gebrauchen – schließlich will er Bundesvorsitzender der FDP werden. Die Konkurrenz ist hart. Ende Mai tritt der 39-Jährige gegen Wolfgang Kubicki, 74, an. Es wird ein robuster Kampf um den Parteivorsitz, daran ließ Kubicki vor wenigen Tagen im SPIEGEL-Interview keinen Zweifel. Kubicki zufolge leidet die FDP besonders daran, dass sie zuletzt kaum noch sichtbar war. "Ich hätte nicht kandidiert, wenn ich Henning Höne zugetraut hätte, dieses Problem in der sehr kurzen Zeit, die wir haben, zu durchbrechen", sagte er über Höne. "Damit die Menschen Ihnen zuhören, müssen Sie bekannt sein. Das fehlt ihm derzeit noch." Klingt so, als glaubte Kubicki, dass Höne noch einiges von ihm lernen könne. Die Frage ist, wo Friedrich Merz am Sonntag in Hannover eine gute Portion Wurst findet. Der Kanzler trifft dort auf Brasiliens Präsidenten Lula da Silva. Gemeinsam möchten sie die "Hannover Messe", eine große Industrieschau, eröffnen, und Lula würde gern eine "Wurst vom Straßenimbiss" essen. Das hat Lula meinen Kollegen Marian Blasberg und Jens Glüsing im Interview erzählt. Merz ist dem Mann etwas schuldig. Im Herbst vergangenen Jahres, als er zur Umweltkonferenz COP30 in Brasilien war, äußerte sich der Kanzler abfällig über das Stadtbild von Belém. Brasilien zürnte. Zwar sah der Präsident dem Kanzler seinen Fauxpas bald darauf nach, aber so ganz vergessen hat Lula die Sache bestimmt nicht. Also, Merz braucht eine schmackhafte Wurst. Gut, dass das Wiedersehen mit Lula in Hannover stattfindet, denn Wurst gehört zur lokalen Identität der Stadt. Das kann ich mit Gewissheit sagen, da ich zu Studienzeiten in einem hannoverschen Wurst-Restaurant arbeitete. Curry, Bratwurst, Bregenwurst, Calenberger Pfannenschlag, das ist eine Grützwurst mit Bratkartoffeln – gibt’s alles in Hannover, dem Vernehmen nach sogar in sehr guter Qualität (ich bin Vegetarierin, schon vor dem Job im Wurst-Restaurant). Als inoffizieller Botschafter lokaler Wurstspezialitäten gilt Altkanzler Gerhard Schröder. Dessen einstige Stammkneipe in Hannover-List serviert die Kombination aus Curry, Pommes, Mayo unter dem Namen "Kanzlerplatte" (hier mehr). Schröder selbst sprach einst von der Currywurst als "Kraftriegel der Facharbeiterin und des Facharbeiters in der Produktion". Vielleicht hat Schröder ja einen Wurst-Tipp für Merz, so von Kanzler zu Kanzler. Noch mehr Rätsel wie Viererkette, Wordle und Paarsuche finden Sie bei SPIEGEL Games. … ist Bundesinnenminister Alexander Dobrindt. Der CSU-Politiker gilt als akribischer Arbeiter – nun ist ausgerechnet ihm und seinem Haus bei der Reform der Beamtenbesoldung ein peinlicher Fehler unterlaufen. Der bisherige Gesetzentwurf sieht für Spitzenbeamte wie etwa Staatssekretäre, Minister und auch für den Kanzler üppige Gehaltserhöhungen vor. Ausgerechnet zu einer Zeit, in der viele Menschen unter hohen Lebenshaltungskosten leiden. Die Empörung ist groß, Dobrindts Ressort bemüht sich um Schadensbegrenzung: Die entsprechende Tabelle im Gesetzentwurf sei "fehlerhaft" und werde korrigiert, hieß es am Freitag. Für Dobrindt dürfte es keine leichte Aufgabe sein, um Verständnis für die teure, gerichtlich vorgeschriebene Besoldungsreform zu werben. Die Verwirrung um ein Gehaltsplus für Topbeamte macht es ihm noch schwerer. "Vielleicht hätte man zu viel Angst": Der Stararchitekt Daniel Libeskind über die ästhetische Mittelmäßigkeit der Hauptstadt, Instagram-taugliche Gebäude und unangenehme Situationen mit Donald Trump . Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende. Ihre Marina Kormbaki, stellvertretende Leiterin des SPIEGEL-Hauptstadtbüros