Nahost: Iran droht mit Schließung der Straße von Hormus – Trump mit einem Ende der Waffenruhe

Datum18.04.2026 06:04

Quellewww.spiegel.de

TLDRIm Nahen Osten verschärft sich ein Verhandlungspoker zwischen den USA und Iran. Drohungen wechseln sich ab: Iran droht mit der Schließung der Straße von Hormus bei Fortsetzung der US-Seegebäcke gegen iranische Häfen. Trump kündigt an, die Waffenruhe möglicherweise nicht zu verlängern, falls keine Einigung erzielt wird, und betont die Fortsetzung der US-Blockade. Beide Seiten melden "gute Neuigkeiten", während die Situation unklar bleibt.

InhaltDer Verhandlungspoker zwischen Washington und Teheran um eine Friedensregelung für den Nahen Osten geht weiter. Beide Seiten bedrohen einander – zugleich erklärt Trump, es laufe "sehr gut". Iran und die USA stecken offenbar mitten im Verhandlungspoker. In der Nacht sprachen beide Drohungen gegen die jeweils andere Seite aus. Zugleich hieß es von Trump, es gebe "recht gute Neuigkeiten" bezüglich Irans. "Es scheint im Nahen Osten mit Iran sehr gut zu laufen", erklärte Trump Reportern an Bord der Air Force One. "Wir werden sehen, was passiert, aber ich denke, es wird passieren", sagte er auf die Frage, was die guten Neuigkeiten seien. Die Verhandlungen zwischen den USA und Iran würden am Wochenende fortgesetzt, kündigte Präsident Trump am Freitag an. Es gebe nicht mehr allzu viele wesentliche Differenzen. Der Präsident will offenbar eine schnelle Lösung des Konflikts. Denn er drohte mit einem Ende der Waffenruhe, falls bis Mittwoch keine langfristige Einigung mit Iran zur ‌Beendigung des Krieges erzielt werde. "Vielleicht werde ich sie ​nicht verlängern, aber ‌die Blockade der iranischen Häfen wird bestehen bleiben", sagte Trump. "Die Blockade bleibt, und leider müssen wir dann wieder anfangen, Bomben abzuwerfen." Drohungen kamen auch aus Teheran. Iran kündigte eine erneute Schließung der Straße von Hormus an, sollte die US-Blockade iranischer Häfen andauern. "Mit der Fortsetzung der Blockade wird die Straße von Hormus nicht offen bleiben", schrieb Irans einflussreicher Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf in der Nacht auf der Plattform X. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Die Durchfahrt durch die für den globalen Öl- und Gasmarkt wichtige Meerenge erfolge auf der von Iran "festgelegten Route" und mit "iranischer Genehmigung", fügte Irans Chefunterhändler hinzu. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baqaei, warf den USA vor, die Seeblockade stelle einen Verstoß gegen die Waffenruhe dar und werde "eine angemessene Reaktion Irans zur Folge haben". Ghalibaf schrieb, ob die Straße geöffnet oder geschlossen sei und welche Bestimmungen gelten, werde vor Ort entschieden, "nicht durch soziale Medien". Trump habe falsche Behauptungen aufgestellt. Damit würden die USA auch in Verhandlungen nicht weiterkommen. Nach wochenlanger Blockade wegen des Irankriegs hatte die Staatsführung in Teheran erklärt, dass Öltanker und Handelsschiffe während der laufenden Waffenruhe durch die Meerenge fahren könnten. Umgekehrt wollen die USA aber ihre eigene Seeblockade aufrechterhalten, die nur für Schiffe mit Start- oder Zielhafen in Iran gilt, wie Präsident Donald Trump betonte. Sie bleibe "bis zum vollständigen Abschluss unserer Vereinbarungen mit Iran" bestehen, schrieb er auf der Plattform Truth Social. Wirklich frei ist die Meerenge jedoch offenbar immer noch nicht. In der Nacht brach eine Gruppe von rund 20 Handelsschiffen den Versuch ab, die Straße von Hormus zu passieren. Schiffsbewegungsdaten ​zufolge kehrten die meisten Schiffe, darunter Containerschiffe, Massengutfrachter ⁠und ⁠Tanker, wieder um. Der Grund dafür ist zurzeit unklar. Zu der Gruppe gehören auch drei ‌Containerschiffe der französischen ​Reederei CMA CGM. ‌Sie lehnte eine Stellungnahme ab. Die Schiffe waren Teil des bisher größten Schiffskonvois Richtung Straße von Hormus ‌seit Beginn des Irankriegs. Mehr zum Konflikt im Nahen Osten: Israel und die Hisbollah im Libanon haben sich auf eine Waffenruhe verständigt. Folgt nun ein stabiler Frieden? Die Geschichte zeigt: wohl eher nicht .