Datum18.04.2026 02:43
Quellewww.spiegel.de
TLDRKuba lockt im Ausland lebende Kubaner mit einem neuen Aufenthaltsstatus, um Investitionen zu gewinnen. Dies soll zur Wiederbelebung der krisengeschüttelten Wirtschaft, insbesondere in Sektoren wie Tourismus und Infrastruktur, beitragen. Besonders wichtig ist dies angesichts des US-Embargos und der von Donald Trump verschärften Haltung gegenüber Kuba.
InhaltKuba sucht Kapital aus der Diaspora: Ein neuer Aufenthaltsstatus soll im Ausland lebende Kubaner dazu bewegen, in ihre krisengeplagte Heimat zu investieren. Im Ausland lebende Kubaner, die in den krisengeschüttelten Karibikstaat investieren möchten, sollen künftig einen besonderen Aufenthaltsstatus erhalten. Ein vom Staatsrat am Donnerstag gebilligtes Dekret schaffe einen Aufenthaltsstatus für "Investitionen und Geschäfte", der sich an im Ausland lebende kubanische Staatsbürger richte, "die am kubanischen Wirtschaftsmodell teilnehmen wollen", berichteten Staatsmedien am Freitag. Vor einem Monat hatte die Regierung in Havanna kubanischstämmigen Unternehmern geschäftliche Aktivitäten erlaubt. Kuba sei zu Handelsbeziehungen mit US-Unternehmen sowie mit "in den USA lebenden Kubanern und ihren Nachkommen" bereit, hatte Außenhandelsminister Oscar Pérez-Oliva Mitte März angekündigt. Erlaubt werden sollten "nicht nur kleine, sondern auch große Investitionen, insbesondere in die Infrastruktur". Als Ziel nannte der Minister, dass Schlüsselsektoren der kubanischen Wirtschaft wiederbelebt werden sollten, darunter der Tourismus und der Bergbau. Auch solle das veraltete Stromnetz des Landes modernisiert werden. In Kuba ist es in den vergangenen Monaten wiederholt zu landesweiten Stromausfällen gekommen, die teilweise tagelang andauerten. Der nur etwa 145 Kilometer von der Südspitze des US-Bundesstaats Florida entfernte Karibikstaat unterliegt seit 1962 einem US-Wirtschaftsembargo. Durch das Embargo sind US-Investitionen in Kuba bislang weitgehend untersagt. Zuletzt hatte US-Präsident Donald Trump den Druck auf Kuba immer weiter erhöht. Trotz des Irankriegs bleibt das Land im Fadenkreuz des US-Präsidenten. "Vielleicht werden wir in Kuba vorbeischauen, wenn wir hiermit fertig sind", sagte er erst vor wenigen Tagen. Kuba wiederum ist mit einem Großteil der kubanischen Gemeinde in den USA bislang verfeindet. Diese politisch einflussreiche Gemeinde hat ihr Zentrum im Süden von Florida, einem bei US-Präsidenten- und Kongresswahlen besonders wichtigen Bundesstaat.