Gestrandeter Wal Ostsee: Greenpeace: Kaum Überlebenschancen für Buckelwal

Datum18.04.2026 02:00

Quellewww.zeit.de

TLDRGreenpeace schätzt die Überlebenschancen eines gestrandeten Buckelswals in der Ostsee gering ein. Der Wal ist durch Hunger, ein Netz im Maul, Flüssigkeit in der Lunge und Hautkrankheiten stark geschwächt. Eine Rettungsaktion durch eine private Initiative wird als riskant eingestuft. Der Wal befindet sich seit 19 Tagen in der Kirchsee. Umweltminister Till Backhaus hat der Aktion zugestimmt, die Verantwortung liegt bei den Initiatoren.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Gestrandeter Wal Ostsee“. Lesen Sie jetzt „Greenpeace: Kaum Überlebenschancen für Buckelwal“. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace sieht wenig Chancen für eine Rettung des vor der Insel Poel gestrandeten Wals durch die private Initiative. "Die Chancen, dass er in der Nordsee landet und dort frei schwimmt, sind gering", sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Er gehe davon aus, dass der Wal dort ertrinken wird, weil er so geschwächt ist. Die Überlebenschancen des Tieres bei einem erfolgreichen Rettungsversuch seien demnach gering. Das gelte erst recht für die Möglichkeiten des Wals im Atlantik - sollte er dorthin gelangen. Der tonnenschwere Meeressäuger werde durch verschiedene Faktoren geschwächt. Der Wal könne aktuell keine Nahrung aufnehmen und hungere - der Ernährungszustand sei entsprechend schlecht, sagte der Umweltschützer. Hinzu kommen die Reste eines Netzes im Maul des Wals: "Wir wissen nicht was mit dem Netz ist, möglicherweise ist es in die Haut eingewachsen, oder er hat Teile verschluckt - das wissen wir nicht." Wissenschaftler gehen zudem davon aus, dass sich Wasser in der Lunge des Wals sammelt. Dadurch sei die Atmung beeinträchtigt und der Sauerstoff-Austausch über die Lungenoberfläche stark eingeschränkt, sagte der Sprecher. Dadurch werde das ohnehin durch Hautkrankheiten geschwächte Tier zusätzlich beeinträchtigt. "Dieser Wal ist so schwach, dass er sich entschieden hat, dort liegenzubleiben." Den Transport schätzt er als riskant ein. "Ich weiß nicht, ob dieser Schleppverband den weiten Weg in die Nordsee übersteht - das ist nicht ohne." Die Umweltschutzorganisation Greenpeace beteiligt sich nicht an der geplanten Rettungsaktion, denn nach den vorliegenden Informationen sei der Wal krank und stark geschwächt, so eine Sprecherin. Bislang hatten Experten erklärt, dem geschwächten Buckelwal könne nicht sinnvoll geholfen werden, und es sei das Beste, ihn in Ruhe und Würde sterben zu lassen. Das Tier war bereits mehrfach gestrandet. Der Wal liegt am Samstag bereits den 19. Tag an derselben Position in der Kirchsee in der Wismarer Bucht fest. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) hatte am Mittwoch überraschend grünes Licht für den Rettungsversuch einer privaten Initiative für den bei Wismar gestrandeten Buckelwal gegeben. Die Verantwortung für die neue Aktion liege komplett bei den Initiatoren, betonte Backhaus, auch finanziell. © dpa-infocom, dpa:260418-930-960316/1