Datum18.04.2026 01:47
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer Antisemitismusbeauftragte Felix Klein warnt vor zunehmendem Hass im Kulturbetrieb. Er kritisiert, dass Künstler ihre Bühnen nutzen, um antiisraelische Hetze zu verbreiten, und nennt die Fälle Bob Vylan und Kanye West als Beispiele. Klein sieht darin eine gefährliche Entwicklung, die nicht toleriert werden dürfe.
InhaltAntisemitismusbeauftragter Felix Klein sorgt sich um die Kunst und Kultur: Immer öfter nutzten Künstler ihre Bühnen, um Hass gegen Israel zu verbreiten – die Fälle Bob Vylan und Kanye West seien nur die prominentesten Beispiele. Der Bundesbeauftragte gegen Antisemitismus, Felix Klein, hat antisemitische Äußerungen im Kulturbereich kritisiert. "Ich sehe es mit großer Sorge, dass im Kunst- und Kulturbereich Künstlerinnen und Künstler die Bühne nutzen, um vor großem Publikum antiisraelischen Hass und Hetze zu verbreiten", sagte Klein den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Ich erinnere beispielsweise daran, wie im vergangenen Sommer ein Rapper bei einem Festival in Südengland die Menge mit antiisraelischen Parolen anheizte." Ein Rapper des Punk-Rap-Duos Bob Vylan hatte im Juni vergangenen Jahres mit dem Slogan "Death, death to the IDF" (Tod den israelischen Streitkräften) zu Sprechchören des Publikums aufgerufen. Der als antisemitisch eingestufte Auftritt wurde in der Folge massiv kritisiert, auch vom britischen Premierminister Keir Starmer. Die Musiker stellten den von vielen Seiten kritisierten Slogan stets als legitime Kritik an der israelischen Kriegsführung im Gazastreifen dar. Über US-Musiker Kanye West sagte Klein, dem "für seine unter anderem antisemitischen, rassistischen und Holocaust-relativierenden Entgleisungen bekannten" Rapper sei in Großbritannien zuletzt die Einreise verweigert worden. West war in der Vergangenheit immer wieder mit rassistischen und antisemitischen Äußerungen aufgefallen. Auch in Polen wurde ein Konzert des US-Rappers von den Veranstaltern am Freitag abgesagt. Ein Konzert in Frankreich cancelte der Rapper, der inzwischen unter dem Namen Ye auftritt, nach einem drohenden Verbot zuvor selbst. 2025 hatte West ein Lied mit dem Titel "Heil Hitler" veröffentlicht. Anfang des Jahres bat er schließlich in Form einer ganzseitigen Anzeige im "Wall Street Journal" um Entschuldigung. "Ich bin weder ein Nazi noch ein Antisemit", schrieb der Ex-Mann von Kim Kardashian und führte seine früheren Äußerungen auf eine bipolare Störung zurück.