Datum17.04.2026 22:09
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie Fußball-WM in den USA führt zu explodierenden Transportkosten. Eine Zugfahrt zum Stadion in New York verteuert sich während des Turniers von 12,90 auf 150 Dollar. In Boston sind 80 bis 95 Dollar für Hin- und Rückfahrt fällig. Im Gegensatz zu früheren Turnieren gibt es keine kostenlose Nutzung des Nahverkehrs mit Spieltickets. Fans kritisieren die "astronomischen" Preise, während die FIFA die Übernahme der Kosten ablehnt.
InhaltDie Fußball-WM in den USA lässt die Preise explodieren: Ein Nahverkehrsticket zum Stadion kostet in New York während des Turniers mehr als zehnmal so viel wie sonst. In Boston sieht es kaum besser aus. Wer zur Fußball-WM nach New York reist, muss wie befürchtet mit ausufernden Transportkosten rechnen. Die 30-minütige Zugfahrt von Manhattan zum MetLife Stadium in New Jersey und zurück wird während des Turniers 150 Dollar (rund 127 Euro) kosten, teilte der Verkehrsbetrieb New Jersey Transit mit. Normalerweise liegt der Preis bei 12,90 Dollar. Ein Parkticket im Einkaufszentrum nebenan ist für 225 Dollar (191 Euro) zu haben. In der Arena ist auch das DFB-Team zu Gast: Die Elf von Julian Nagelsmann spielt dort am 25. Juni gegen Ecuador. Frankreich und England haben in dem Stadion ebenfalls Gruppenspiele. Vor einigen Tagen hatte "The Athletic" bereits berichtet , dass der Verkehrsbetrieb mehr als 100 Dollar verlangen werde. Ermäßigungen gibt es in New York keine, auch Kinder und Rentner müssen den vollen Preis bezahlen. Bei der WM 2022 in Katar und der EM 2024 in Deutschland durften Fans mit einem Spielticket kostenlos den öffentlichen Nahverkehr nutzen. Auch in anderen US-amerikanischen Städten warten auf die Zuschauer hohe Kosten: In Boston werden für eine Busfahrt zum Stadion und zurück 95 US-Dollar fällig, in der Bahn sind es 80 US-Dollar. Thomas Concannon von der britischen Fanvertretung Football Supporters' Association (FSA) sprach gegenüber der BBC von "astronomischen" Preisen: "Im Moment könnten sich die Fans nicht unwillkommener fühlen." Erst Ende März hatten die europäische Verbraucherorganisation Euroconsumers und das Fannetzwerk Football Supporters Europe bei der Europäischen Kommission Beschwerde gegen den Weltverband Fifa eingereicht – wegen zu hoher Ticketpreise. Eine Sprecherin verwies darauf, dass Tickets für das Finale ab 4000 US-Dollar (knapp 3500 Euro) aufwärts zu haben seien. Die Fifa missbrauche ihre Monopolstellung, um Fans überhöhte Preise und unfaire Bedingungen aufzuzwingen. New Jerseys Gouverneurin Mikie Sherrill hatte von dem Verband gefordert, die Nahverkehrskosten für Fans zu übernehmen. Davon will die Fifa offenbar wenig wissen: Es sei "kein anderes Großereignis" im MetLife Stadium bekannt, "bei dem die Veranstalter verpflichtet waren, den Fantransport zu bezahlen", hieß es in einer Mitteilung. Was Fußballfans vor der WM in Nordamerika wissen sollten, lesen Sie hier.