Datum17.04.2026 19:24
Quellewww.zeit.de
TLDRLaut einer UN-Analyse wurden von Oktober 2023 bis Ende 2025 über 38.000 Frauen und Mädchen im Gazastreifen getötet, durchschnittlich 47 pro Tag. Fast 11.000 erlitten schwere, lebenslange Verletzungen. Die Zerstörung der Infrastruktur erschwert den Zugang zu Grundbedürfnissen und Gesundheitsversorgung, während eine Million Frauen und Mädchen vertrieben wurden. Die Gesamtzahl der Todesopfer wird auf über 71.000 geschätzt, doch dieswegen der noch nicht geborgenen Leichen und der schwierigen Dokumentation vermutlich unterschätzt.
InhaltNach einer UN-Schätzung wurden seit Kriegsbeginn bis Ende 2025 täglich 47 Frauen und Mädchen im Gazastreifen getötet. Fast 11.000 weitere seien schwer verletzt. Mehr als 38.000 Frauen und Mädchen sind einer Analyse der Vereinten Nationen zufolge von Oktober 2023 bis Ende 2025 im Gazastreifen getötet worden. Die Frauen und Mädchen starben bei "israelischen Luftangriffen und Bodeneinsätzen", teilte die Direktorin des UN Women-Büros in Genf, Sofia Calltorp, mit. Durchschnittlich seien dies "47 getötete Frauen und Mädchen pro Tag", sagte sie weiter. Damit sind gut die Hälfte aller Getöteten Frauen und Mädchen gewesen. Darüber hinaus hätten "fast 11.000 Frauen und Mädchen im Gazastreifen so schwere Verletzungen erlitten, dass sie ihr Leben lang behindert sein werden", sagte Calltorp. Bis heute seien Frauen und Mädchen vom Kriegsgeschehen besonders betroffen. Viele hätten keinen Zugang zu Hygieneartikeln wie Monatsbinden. Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge haben mehr als 500.000 Frauen keinen Zugang zu Dienstleistungen, die für sie grundlegend sind wie etwa die Behandlung sexuell übertragbarer Krankheiten. "Die weitreichende Zerstörung der Infrastruktur hat es für Frauen und Mädchen im Gazastreifen fast unmöglich gemacht, ihre Grundbedürfnisse wie die Gesundheitsversorgung zu befriedigen", sagte Calltorp. Rund eine Million Frauen und Mädchen sind nach Angaben von UN Women im Gazastreifen vertrieben worden. Manche vertriebene Frauen hätten in Zelten oder im Freien entbinden müssen, weil kein Transport in Krankenhäuser zur Verfügung stand, teilte Calltorp mit. Die palästinensischen Gesundheitsbehörden schätzen die Gesamtzahl der Toten bis Ende 2025 auf etwa 71.000. Mitte April lag die Zahl bei mehr als 72.000, weil Israel trotz der Waffenruhe seit Oktober 2025 weiterhin vereinzelt Angriffe durchführe. Seit Beginn der Waffenruhe wurden im Gazastreifen nach Angaben von Ärzten und Sanitätern mehr als 750 Menschen getötet. Wie viele Frauen und Mädchen darunter waren, lässt sich wegen fehlender geschlechtsspezifischer Daten nicht genau sagen. Palästinensische Kämpfer töteten vier israelische Soldaten. Das UN-Kinderhilfswerk Unicef teilte mit, dass allein in den vergangenen sechs Monaten mindestens 214 Kinder getötet worden seien. UN-Organisationen schätzen, dass die tatsächliche Zahl der Toten insgesamt noch deutlich höher liegt, weil bis heute noch viele Tote unter Trümmern verschüttet liegen. Zudem gestalte sich die Dokumentation zahlreicher Todesfälle und Verletzungen wegen der massiven Zerstörungen im Gazastreifen schwierig.