Früherer »Welt«-Chefredakteur: Jan Philipp Burgard kehrt zurück zur Springer-Familie

Datum17.04.2026 16:05

Quellewww.spiegel.de

TLDRJan Philipp Burgard kehrt als Global Reporter für das Nahost-Team zu Axel Springer zurück, mit Sitz in Tel Aviv. Er übernimmt die Aufgabe nach einer Herzoperation. Zuvor trat er als Chefredakteur der "Welt" zurück, angeblich aus gesundheitlichen Gründen, nachdem Berichte über angebliches Fehlverhalten aufkamen, die er und das Unternehmen zurückwiesen. Die "New York Times" hatte über eine interne Untersuchung berichtet. Burgard wird für die Berichterstattung über den Nahen Osten zuständig sein.

InhaltNach Berichten von "unangebrachtem Verhalten" räumte der "Welt"-Chefredakteur seinen Posten. Nun spricht Springer von einer "schweren Herzoperation", die Jan Philipp Burgard hinter sich habe – und hat einen neuen Job für ihn. Der ehemalige Chefredakteur der "Welt", Jan Philipp Burgard, wird Global Reporter beim Medienkonzern Axel Springer. Er soll künftig die Nahost-Berichterstattung mit Sitz in Tel Aviv verantworten, wie das Unternehmen mitteilte. Burgard trete die neue Aufgabe an, sobald er sich vollständig von einer schweren Herzoperation erholt habe. Er folgt auf den Journalisten Constantin Schreiber, der sich den Angaben zufolge künftig stärker auf Podcast-Formate konzentrieren und aus familiären Gründen von Deutschland aus arbeiten soll. Das sogenannte Global Reporters Network bündelt Reporterinnen und Reporter verschiedener Marken wie "Bild", "Welt" und "Politico", um internationale Recherchen und Analysen markenübergreifend zu produzieren. Burgard hatte seinen Posten als Chefredakteur Anfang des Jahres aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben. Berichte über ein angebliches Fehlverhalten wies er über seinen Anwalt als "nachweislich falsch" zurück und kündigte rechtliche Schritte an; auch der Konzern erklärte, entsprechende Hinweise hätten sich nicht erhärtet, und es lägen keine Beschwerden vor. Die "New York Times " hatte seinerzeit von einer mutmaßlichen internen Untersuchung bei Axel Springer berichtet. Jan Philipp Burgard soll demnach Anfang Januar von der Konzernspitze gefragt worden sein, ob er sich auf der Weihnachtsfeier gegenüber weiblichen Angestellten des Unternehmens "unangebracht" verhalten habe – und konkret, ob er Mitarbeiterinnen "geküsst" habe. Burgard habe sich im Gespräch nicht mehr erinnern können, des Alkohols wegen, und sei kurz darauf gebeten worden, seinen Rücktritt einzureichen. Der Bericht ist auch heute noch im Onlineangebot der Zeitung abrufbar. Lesen Sie hier  die SPIEGEL-Analyse zum Rücktritt – und warum der Fall Burgard kein neuer Fall Reichelt ist und für Axel Springer dennoch ein Problem.