Donald Trump nennt Irankrieg »kleinen Umweg«

Datum17.04.2026 09:44

Quellewww.spiegel.de

TLDRUS-Präsident Trump bezeichnete den Irankrieg als "kleinen Umweg" und deutete eine baldige Friedensübereinkunft an. Er behauptete, Iran habe der Übergabe von angereichertem Uran zugestimmt, was im Westen als Schritt zur Verhinderung von Atomwaffenbau gesehen wird. Teheran betont die zivile Nutzung seines Atomprogramms. Der Kurs Trumps bleibt in den USA umstritten, da Kriegskosten und steigende Benzinpreise kritisiert werden.

InhaltDer US-Präsident stellt ein baldiges Friedensabkommen mit dem iranischen Regime in Aussicht. Zugleich behauptet er, Iran habe der Übergabe von angereichertem Uran zugestimmt. In den Vereinigten Staaten bleibt sein Kurs umstritten. US-Präsident Donald Trump hat den Irankrieg als "kleinen Umweg" bezeichnet und zugleich eine baldige Einigung mit Teheran in Aussicht gestellt. Bei einem Auftritt in Las Vegas sagte Trump: "Wir übertreffen alle Rekorde und das trotz unseres kleinen Umwegs durch das reizende Land Iran". Den Militäreinsatz begründete er mit den Worten: "Aber wir mussten es tun, denn sonst hätten schlimme Dinge passieren können" In Washington erklärte Trump, Iran habe einer zentralen US-Forderung zugestimmt: der Übergabe seiner Bestände an angereichertem Uran. "Sie haben zugestimmt, uns den Atomstaub zurückzugeben", sagte Trump am Donnerstag vor Journalisten, ohne Einzelheiten zu nennen. Er ergänzte, beide Länder stünden "sehr kurz" vor einem Friedensabkommen. "Es gibt eine sehr gute Chance, dass wir einen Deal erzielen." Trump bezeichnet die Bestände an angereichertem Uran als "Atomstaub". Nach westlicher Darstellung könnte angereichertes Uran im Rahmen des iranischen Atomprogramms für den Bau von Nuklearwaffen genutzt werden. Teheran weist Vorwürfe zurück, nach Atomwaffen zu streben, und verweist auf eine zivile Nutzung seines Programms. Nach Einschätzung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ist Iran das einzige Land ohne eigene Atomwaffen, das Uran auf 60 Prozent anreichert; für Atomsprengköpfe wären 90 Prozent nötig, für die Stromerzeugung 3,67 Prozent. Die USA und Iran hatten sich vor einer Woche auf eine zweiwöchige Feuerpause verständigt. In dieser Zeit soll unter Vermittlung Pakistans über ein dauerhaftes Ende des Krieges verhandelt werden, der Ende Februar mit US-israelischen Angriffen begonnen hatte. Nach einer gescheiterten ersten Gesprächsrunde bemüht sich Pakistan verstärkt um eine neue Runde. Trump sagte zudem: "Wir sind sehr nahe dran an einem Abkommen", und kündigte an, die Waffenruhe bei Bedarf zu verlängern. In den USA bleibt Trumps Kriegskurs umstritten. In einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens Ipsos erklärten 51 Prozent, der Irankrieg sei angesichts der Kosten nicht nicht zu rechtfertigen. In einer anderen Umfrage der Universität Quinnipiac machten 65 Prozent Trump für die steigenden Benzinpreise infolge der Blockade der Straße von Hormus verantwortlich.