Statistische Bundesamt: In Deutschland werden mehr neue Wohnungen genehmigt

Datum17.04.2026 09:05

Quellewww.zeit.de

TLDRZu Beginn des Jahres wurden in Deutschland 16,2% mehr Wohnungen genehmigt als im Vorjahr, was Hoffnung auf eine Erholung im Bausektor weckt. Trotz dieses Anstiegs bleiben die Kosten für Energie und Rohstoffe, beeinflusst durch den Irankrieg, eine Herausforderung, die die Kosten weiter treiben könnte. Zinssteigerungen werden ebenfalls befürchtet, was die Finanzierung für Bauherren erschwert und die tatsächliche Bautätigkeit hemmen könnte. Die Bauindustrie fordert daher weitere staatliche Unterstützung durch einen "Bau-Turbo".

InhaltZu Beginn des Jahres hat sich die Auftragslage der Bauunternehmen spürbar verbessert. Doch die Situation bleibt angespannt: Die Branche warnt vor Folgen des Irankriegs. In Deutschland werden wieder mehr Wohnungen gebaut. In den ersten beiden Monaten dieses Jahres wurden 41.700 neue Wohnungen genehmigt. Das ist ein Anstieg von 16,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, teilte das Statistische Bundesamt mit. Allein im Februar wuchs die Zahl der Genehmigungen um 24,1 Prozent auf 22.200. Davon könnten 19.000 Wohnungen in Neubauten entstehen, während die übrigen in bereits bestehenden Gebäuden geplant sind. In den vergangenen Jahren hatten vor allem hohe Zinsen und teure Baumaterialien viele Bauprojekte gebremst. Die Bauindustrie hofft nun auf eine Fortsetzung des positiven Trends im Wohnungsbau, weist aber gleichzeitig auf Gefahren aus dem Irankrieg hin. Seit Kriegsbeginn sind Energie und Rohstoffe teurer geworden, was das Bauen wieder verteuern könnte. Außerdem besteht die Sorge, dass die Zinsen weiter steigen. Das würde Kredite teurer machen und viele Menschen vom Hausbau abhalten. Mehr Baugenehmigungen bedeuteten nicht automatisch mehr Bautätigkeit, warnte der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie. "Viele Bauherren nutzen zwar die Möglichkeit, endlich eine Genehmigung zu erlangen. Nach wie vor hohe Kosten, Auflagen und Bürokratie stehen einem tatsächlichen Baubeginn aber nach wie vor entgegen", sagte Hauptgeschäftsführer Tim-Oliver Müller die Lage. Die Bundesregierung müsse daher einen weiteren "Bau-Turbo" insbesondere zu Finanzierungsfragen auflegen. Laut ifo-Institut hat sich im März die Stimmung im Wohnungsbau verschlechtert. "Die Sorge vor wieder steigenden Zinsen belastet die Erwartungen im Wohnungsbau", sagte der Leiter der ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. "Höhere Finanzierungskosten würden die Ambitionen vieler Haushalte beim Hausbau wieder dämpfen."