Schleswig-Holstein bringt steuerfreie Überstunden ins Gespräch

Datum17.04.2026 08:03

Quellewww.spiegel.de

TLDRSchleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) schlägt 2000 Euro steuerfreie Überstunden als Alternative zum geplanten 1000-Euro-Bonus der Bundesregierung vor. Er begründet dies damit, dass kleine und mittlere Unternehmen finanziell stark belastet seien und die Überstundenregelung sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber mehr entlaste. Madsen zweifelt zudem, ob die Bundesregelung tatsächlich bei den Mitarbeitern ankomme. Sein Vorschlag ziele darauf ab, die Motivation der Beschäftigten zu steigern und die Wirtschaftsleistung zu fördern.

InhaltDie Pläne der Bundesregierung, den Unternehmen eine steuerfreie Prämie für ihre Mitarbeiter zu ermöglichen, stößt auf breite Kritik, auch innerhalb der CDU. Aus Schleswig-Holstein kommt jetzt ein Alternativvorschlag. Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) schlägt anstelle des 1000-Euro-Vorstoßes aus dem Entlastungspaket der Bundesregierung bis zu 2000 Euro steuerfrei für geleistete Überstunden vor. 1000 Euro steuerfrei an die Belegschaft zu zahlen, sei in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten nicht der richtige Weg, sagte Madsenk. Die Überstunden lohnen sich nach Madsens Angaben für Arbeitnehmer, weil steuerfrei, und für den Arbeitgeber, weil es Wertschöpfung für das Unternehmen bringt. Es steigere zudem die Wirtschaftsleistung und sei für die deutsche Wirtschaft insgesamt von Vorteil. Er erwäge darum einen entsprechenden Vorstoß auf Bundesebene, so Madsen. Gerade in einem Land wie Schleswig-Holstein mit seinen über 120.000 fast ausschließlich kleinen und mittleren Unternehmen sei es unter den schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen problematisch, die 1000 Euro zusätzlich zu stemmen. Zudem habe er Zweifel, dass angesichts der bestehenden Tarifverträge am Ende tatsächlich auch von den Betrieben an die Arbeitnehmer etwas extra ausgezahlt werde, so Madsen. Ein Anreizsystem zur Auszahlung von Überstunden hingegen hätte seiner Überzeugung nach schon eher eine Aussicht auf Umsetzung und würde nebenbei noch die Motivation der Beschäftigten stärken.