Datum17.04.2026 07:38
Quellewww.spiegel.de
TLDRDeutsche Industrieunternehmen sind weltweit führend bei der Implementierung von KI in Produktionsprozessen. Laut einer Studie von Cisco setzen 65 Prozent der deutschen Industriebetriebe bereits KI ein, um Produktivität und Kosteneffizienz zu steigern. Obwohl diese Entwicklung Früchte trägt und die Technologie ihr Experimentierstadium verlassen hat, gibt es noch Nachholbedarf, insbesondere bei der Integration von IT und Betriebsteams, da ein Drittel der Unternehmen hier noch zurückliegt.
InhaltKI ist in deutschen Fabriken angekommen und zahlt sich aus. Deutschland ist damit laut einer Studie nicht nur in Europa führend. Trotzdem gibt es noch Nachholbedarf. Künstliche Intelligenz (KI) hält Einzug in die Industrie und kommt immer öfter real zum Einsatz. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Netzwerk-Ausrüsters Cisco vor der am Montag beginnenden Hannover Messe. Fast zwei Drittel der deutschen Industriebetriebe setzen KI demnach bereits in laufenden Industrieprozessen ein. Die Technologie komme damit aus dem Experimentierstadium heraus. "KI wird Realität", sagte Cisco-Manager Christian Korff. "KI hält Einzug in die Produktion, um Produktionsprozesse zu verbessern." Deutsche Unternehmen seien hier sogar führend. Mit 65 Prozent liege der Anteil der Industrieunternehmen, die KI aktiv einsetzen, hier deutlich höher als im Rest Europas. Und auch höher als im weltweiten Durchschnitt. Europaweit liegt der Wert den Angaben zufolge nur bei 56 Prozent. Und auch weltweit waren es mit 61 Prozent weniger als in Deutschland. Für die Untersuchung hatte Cisco weltweit mehr als 1000 Führungskräfte aus Unternehmen in 19 Ländern befragt, davon rund 500 Manager in Europa und etwa 100 aus Deutschland. Am häufigsten genannt wurden dabei der Einsatz von KI-Assistenten, den fast drei von vier deutschen Industriebetrieben zumindest untersuchen. Wichtigste Ziele hinter der KI-Offensive: Verbesserung der Produktivität, gefolgt von Kostensenkung. "Die Reise hat vor zwei, drei Jahren begonnen – und jetzt ernten wir die Früchte", sagte Korff. "Am Anfang dieser KI-Welle war noch eine hohe Erwartungshaltung da. Es wurden fast panikartig Projekte initiiert." Jetzt sei das Thema im realen Betrieb angekommen. "Da ist wahnsinnig viel Neugier im Spiel. Neugier und die Erkenntnis, wie leistungsfähig das ist." Das mache sich nun bezahlt. "KI hat einen betriebswirtschaftlichen Nutzen und löst das Versprechen ein, dass sich diese Investition auch lohnt." Genau das würden Unternehmen auch erwarten, "idealerweise innerhalb von ein bis maximal zwei Jahren", so Korff. Und das sei "mittlerweile absolut realistisch". Allerdings zeige die Studie auch: Viele Firmen würden bei dem Thema noch hinterherhinken. Rund 40 Prozent der Firmen hätten die Zusammenarbeit von IT und Betriebsteam noch nicht vollzogen, berichtet Korff. Hier müsse dringend nachgebessert werden. "Wir können es uns eigentlich nicht leisten, dass über ein Drittel der Unternehmen abgehängt wird."