Irankrieg: Macron, Starmer und Merz starten Krisengipfel zur Straße von Hormus

Datum17.04.2026 06:02

Quellewww.zeit.de

TLDRFrankreich, Großbritannien und Deutschland leiten Krisengipfel zur Straße von Hormus, um einen multinationalen Plan zur Sicherung der Meerenge nach dem Irankrieg zu erarbeiten. An den Beratungen nehmen rund 40 Länder teil. Deutschland knüpft eine Bundeswehr-Beteiligung an eine Waffenruhe und betont, dass die Mission defensiv sein soll. Ziel ist die Wiederöffnung der Meerenge für den globalen Energie- und Handelsfluss. Die Kriegsparteien sind nicht beteiligt.

InhaltRund 40 Länder beraten heute über einen "multinationalen Plan" zur Sicherung der Meerenge. Deutschland knüpft eine Beteiligung der Bundeswehr an mehrere Bedingungen. Mehrere Staaten beraten am Freitag angesichts der Blockade der Straße von Hormus über eine mögliche Militärmission nach dem Irankrieg. Das Ziel der von Frankreich und Großbritannien initiierten Konferenz mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ist die Erarbeitung eines "multinationalen Plans" zur Sicherung der Meerenge – der aber nur unter bestimmten Voraussetzungen ausgeführt werden könnte. Für die Bundesregierung ist eine Waffenruhe in der Region die wichtigste Bedingung. Ein Einsatz während laufender Kampfhandlungen ist für Deutschland ausgeschlossen. Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der britische Premierminister Keir Starmer betonten, dass es um die Zeit nach dem Konflikt gehe. Vor Ort in Paris wird zudem Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni erwartet, per Video zugeschaltet werden sollen 40 weitere Partner auch aus Asien, Afrika und Lateinamerika. "Die bedingungslose und sofortige Wiederöffnung der Meerenge ist eine globale Verantwortung, und wir müssen handeln, um den weltweiten Energie- und Handelsfluss wieder frei in Gang zu bringen", sagte Starmer. "Die internationale Mission wird ausschließlich defensiver Natur sein." Die Kriegsparteien USA, Israel und Iran nehmen an den Gesprächen nicht teil. Im Grundsatz erinnert die Konferenz an die Beratungen der "Koalition der Willigen", die für den Ukrainekrieg an Plänen für die Zeit nach den Kampfhandlungen arbeitet. US-Präsident Donald Trump hatte im Irankrieg zuletzt eine zweite Verhandlungsrunde mit der Regierung in Teheran in Aussicht gestellt. Ob und wann es dazu kommt, ist offen. Das US-Militär blockiert derzeit die Straße von Hormus für iranische Tanker und Handelsschiffe, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen. Irans Marine hatte die 55 Kilometer breite Meeresenge durch Drohungen und Beschuss von Tankern und Frachtschiffen faktisch unpassierbar gemacht, was die Energiepreise in die Höhe trieb. Die Regierung in Teheran hatte vorgeschlagen, für eine sichere Durchfahrt Gebühren für Schiffe zu erheben. Möglich gemacht werden soll eine Lage in der Straße von Hormus wie vor dem Ausbruch des Kriegs. Merz will bei den Beratungen ein konkretes Angebot für eine Beteiligung der Bundeswehr machen: Die Marine soll nach einem Ende der Kampfhandlungen und wenn weitere Bedingungen erfüllt sind, Minenjagdboote, ein Versorgungsschiff und Luftaufklärung bereitstellen. Die Bundeswehr verfügt derzeit über acht Minenjagdboote und zwei Einsatzboote für Minentaucher. Wie viele davon zum Einsatz kommen könnten, ist noch unklar. Zahlen will Merz am Freitag noch nicht nennen. Für die Luftaufklärung hat die Marine zwei Seefernaufklärer vom Typ P-8 Poseidon zur Verfügung. Über eine Relaisstation in Dschibuti soll der Aufklärungseinsatz gesteuert werden.