US-Verteidigungsminister Hegseth ruft zum Gebet auf und zitiert aus »Pulp Fiction«

Datum16.04.2026 22:23

Quellewww.spiegel.de

TLDRUS-Verteidigungsminister Pete Hegseth zitierte bei einer Pentagon-Andacht fast vollständig eine Passage aus Quentin Tarantinos "Pulp Fiction" anstelle eines Bibelverses. Er verwendete die Worte im Kontext einer Rettungsmission mit dem Rufzeichen "Sandy One". Filmkenner erkannten die Ähnlichkeit mit einem Monolog des Auftragskillers. Die tatsächliche Bibelstelle Hesekiel 25:17 ist deutlich kürzer. Medien wiesen auf Hegseths Verwechslung hin.

InhaltWährend Donald Trump mit dem Papst streitet, versucht sich sein Verteidigungsminister als Laienprediger. Doch statt Versen aus dem Alten Testament zitierte Pete Hegseth einen berühmten Filmmonolog von Quentin Tarantino. Bei dem Versuch, einen vermeintlichen Bibelvers zu zitieren, hat US-Verteidigungsminister Pete Hegseth bei einem Gottesdienst im Pentagon fast vollständig eine Passage aus Quentin Tarantinos Film "Pulp Fiction" vorgetragen. Bei der Andacht verwies Hegseth auf eine Rettungsmission, bei der ein abgeschossener US-Kampfpilot aus Iran evakuiert wurde. Hegseth erklärte, das Gebet sei von der Combat-Search-and-Rescue-Mission namens "Sandy One" in Iran genutzt worden und soll sich auf Hesekiel 25:17 aus dem Alten Testament beziehen. Er forderte den Saal auf, mit ihm zu beten und trug anschließend vor: "Der Pfad des abgestürzten Piloten ist auf beiden Seiten gesäumt mit Freveleien der Selbstsüchtigen und der Tyrannei böser Männer. Gesegnet sei der, der die Armen der Kameradschaft und der Pflicht, die Schwachen durch das Tal der Dunkelheit geleitet, denn er ist der wahre Hüter seines Bruders und der Retter der verlorenen Kinder. Und da steht weiter: Ich will große Rache an denen üben, die da versuchen, meine Brüder gefangenzunehmen und zu vernichten, und mit Grimm werde ich sie strafen, dass sie erfahren, mein Rufzeichen ist Sandy One, wenn ich meine Rache an ihnen vollstreckt habe!" Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Filmkenner dürften diese Worte bekannt vorkommen, denn sie unterscheiden sich nur geringfügig von denen des von Samuel L. Jackson gespielten Auftragskillers in Quentin Tarantinos preisgekrönte Krimigroteske "Pulp Fiction" von 1994. Die Rolle in der ironisch-makabren Blutorgie brachte Jackson seine erste und bisher einzige Oscar-Nominierung ein. Unmittelbar bevor der Killer in einer Szene sein Opfer erschießt, trägt er – in der deutschen Synchronfassung – vor: "Der Pfad der Gerechten ist auf beiden Seiten gesäumt mit Freveleien der Selbstsüchtigen und der Tyrannei böser Männer. Gesegnet sei der, der die Armen der Barmherzigkeit und des guten Willens, die Schwachen durch das Tal der Dunkelheit geleitet, denn er ist der wahre Hüter seines Bruders und der Retter der verlorenen Kinder. Und da steht weiter: Ich will große Rachetaten an denen vollführen, die da versuchen, meine Brüder zu vergiften und zu vernichten, und mit Grimm werde ich sie strafen, dass sie erfahren, ich sei der Herr, wenn ich meine Rache an ihnen vollstreckt habe!" Auf Hegseths Verwechslung zwischen dem Filmzitat und dem Bibeltext wiesen zunächst US-Medien und Blogs hin. Tatsächlich ist die Bibelstelle Hesekiel 25:17 deutlich kürzer und lautet sinngemäß: "Ich nehme an ihnen gewaltige Rache, mit grimmigen Strafen. Dann werden sie erkennen, dass ich der Herr bin, wenn ich mich an ihnen räche." Den Rest des Verses hat Tarantino einem alten Kampfsportfilm entnommen, der die Stelle in eigenen Sätzen wiedergibt. Tabubrüche sind fester Bestandteil von Donald Trumps Kommunikationsstil. Im Streit mit dem Papst lässt der US-Präsident die KI kreativ werden und erntet heftige Kritik. Wieso der Streit mit der Kirche, für ihn hochriskant ist, lesen Sie hier .