Datum16.04.2026 18:17
Quellewww.spiegel.de
TLDREine Privatinitiative versucht, einen Buckelwal aus der Ostsee zu retten. Der Wal liegt seit Wochen vor Poel auf Grund. Ursprünglich für Donnerstag geplant, verzögert sich der Abtransport auf Freitag. Geplant ist, den Wal mit Luftkissen anzuheben und per Schiff in Richtung Nordsee zu schleppen. Behörden dulden die Aktion, lehnen aber Verantwortung ab. Der Wal gilt als krank und sterbend.
InhaltAm Donnerstag hat die Privatinitiative zur Walrettung in der Ostsee begonnen. Helfer schafften Material heran und nahmen Kontakt zu dem Tier auf. Beim Rettungsversuch einer Privatinitiative für den in der Ostsee festsitzenden Buckelwal kommt es offenbar zu Verzögerungen. Die Helfer wollen erst am Freitag versuchen, das Tier anzuheben, berichten die "Bild"-Zeitung und der NDR übereinstimmend. Der Abtransport des Tiers war von Anfang an für Freitag geplant. Die Initiative will das seit mehr als zwei Wochen vor der Insel Poel bei Wismar in flachem Wasser liegende Tier mit einem System aus Luftkissen anheben. Dann soll es zwischen Pontons auf einer Plane per Schiff in Richtung Nordsee und eventuell weiter in den Atlantik geschleppt werden. Zuvor soll der Meeresboden, auf dem der Wal liegt, teilweise weggespült werden. Ursprünglich sollte das Anheben bereits am Donnerstag beginnen, es blieb aber bei vorbereitenden Maßnahmen. In einem nahen Hafen wurden die für die Bergung gedachten Schwimmpontons vorbereitet, zugleich näherten sich immer wieder Helfer dem in etwa hüfthohem Flachwasser liegenden Tier und bedeckten es mit nassen Tüchern. Finanziert wird die Aktion vom Mediamarkt-Mitgründer Walter Gunz sowie der Unternehmerin Karin Walter-Mommert . Die Behörden in Mecklenburg-Vorpommern dulden den Rettungsversuch, die Verantwortung dafür liegt aber nach ihren Angaben ausschließlich bei der privaten Initiative. Nach Angaben der Organisatoren reagiert der Wal auf Ansprache. Das hätten ein Walexperte und zwei Tiermedizinerinnen festgestellt, die vorsichtig Kontakt zum Wal aufgenommen hätten, teilte eine Sprecherin mit. Sie hätten sich ein äußeres Bild vom Gesundheitszustand des Tiers gemacht. Das Blasrohr sei intakt, an ihm seien keine Entzündungszeichen erkennbar. Aufregung zeige der Meeressäuger nicht. Wie ein Walexperte das Vorhaben bewertet, lesen Sie hier . Der Wal irrt seit Anfang März vor der deutschen Ostseeküste umher. Er strandete mehrfach vor Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, zuletzt setzte er sich bei der Insel Poel auf Grund. Laut Einschätzung des Umweltministeriums von Mecklenburg-Vorpommern und verschiedener weiterer Fachleute ist das Tier in sehr schlechtem Zustand, höchstwahrscheinlich krank und liegt vermutlich bereits im Sterben. Mehrfachstrandungen gelten als Zeichen für massive Probleme. Offiziell waren alle Rettungs- und Hilfsversuche für den nahezu bewegungslos daliegenden Wal bereits vor etwas mehr als zwei Wochen als sinnlos und potenziell nur noch tierquälend beendet worden. Ein wissenschaftliches Gutachten bestätigte dies vor einer Woche erneut. Als womöglich letzte Chance für den Wal billigte Landesumweltminister Till Backhaus (SPD) am Mittwoch allerdings dann doch das von der Initiative vorgelegte Rettungskonzept. Der Ansatz sei schonend und daher auch tierschutzrechtlich akzeptabel. Backhaus äußerte sich zugleich zurückhaltend zu den Erfolgsaussichten . Auch die Initiative selbst betonte, der Ausgang ihres Rettungsversuchs sei "nicht vorhersehbar". Eine ausführliche Reportage zum Waldrama lesen Sie hier .