Datum16.04.2026 16:06
Quellewww.spiegel.de
TLDRParamount-Chef David Ellison plant den Kauf von Warner Bros. und veranstaltet ein Fest zu Ehren von Donald Trump, während die Übernahme behördlich geprüft wird. Ellison und sein Vater gelten als Trump-Unterstützer. Kritiker befürchten Einflussnahme auf CNN und eine weitere Medienkonzentration. Prominente wie Jane Fonda und Joaquin Phoenix haben sich gegen die Fusion ausgesprochen.
InhaltDavid Ellison gilt als Trump-nah. Mit seinem Paramount-Konzern will er Warner Bros. kaufen, zu dem auch CNN gehört. Rein zufällig gibt es rund um das Genehmigungsverfahren nun eine Party für den Präsidenten. Kurz vor einer möglichen behördlichen Genehmigung der US-Filmkonzerne Paramount Skydance und Warner Bros. Discovery macht Paramount-Boss David Ellison Schlagzeilen mit einer ungewöhnlichen Veranstaltung. Wie die US-Mediendienste "Breaker " und "Variety " übereinstimmend berichten, sollen mit einem speziellen Dinner in der kommenden Woche US-Präsident Donald Trump sowie die Washington-Korrespondenten des Paramount-Senders CBS News "geehrt" werden. Ort für die "intime Zusammenkunft" ist demnach das frühere "United States Institute of Peace" – von der US-Regierung unlängst umbenannt in "Donald J. Trump Institute of Peace". Ob Trump an dem Treffen allerdings tatsächlich teilnimmt, ist den Berichten zufolge unklar. Auf eine Anfrage von "Variety" über Einzelheiten der Veranstaltung wollte ein Paramount-Sprecher nicht äußern. Pikant ist die Ehrerbietung wegen möglicher Interessenkonflikte. David Ellisons Konzern Paramount Skydance will Warner Bros. Discovery nach Möglichkeit noch im Laufe dieses Jahres für 111 Milliarden Dollar übernehmen, benötigt dafür neben der Zustimmung der Aktionäre aber auch die der staatlichen Aufsichtsbehörden. Das Übernahmeangebot umfasst auch die zu Warner Bros. Discovery gehörenden Fernsehsender, darunter den traditionell als eher liberal geltenden Nachrichtensender CNN. David Ellison sowie dessen Vater Larry Ellison, seinerseits Chef des Softwareanbieters Oracle, gelten demgegenüber als Unterstützer des republikanischen Präsidenten. Kritiker der Übernahme fürchten eine Einflussnahme auf das Programm des Senders sowie eine Verringerung der Medienvielfalt in den USA. Zuletzt hatten auch mehr als tausend Filmschaffende sich in einem offenen Brief gegen die geplante Fusion ausgesprochen. Diese verstärke die Konzentration in der Unterhaltungsbranche weiter, es gäbe dann nur noch vier große US-Filmstudios, hieß es darin. Zu den Unterzeichnern gehören Stars wie Jane Fonda und Joaquin Phoenix, Bryan Cranston und Denis Villeneuve. Fernsehsender, soziale Netzwerke, führende Zeitungen: Immer mehr US-Medien geraten unter den Einfluss von Multimilliardären, die sich mit dem Präsidenten verbündet haben. Lesen Sie hier , warum Experten vor einer Aushöhlung der Demokratie warnen.