Datum16.04.2026 13:23
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Bahninitiative Chemnitz warnt vor explodierenden Kosten und deutlichen Abstrichen beim Ausbau der Strecke Leipzig-Chemnitz. Die geschätzten Kosten für den Nordabschnitt stiegen von 750 Millionen auf 1,3 Milliarden Euro. Nun drohen Einsparungen wie weniger Ausweichstellen oder gar keine Elektrifizierung. Dies gefährdet eine leistungsfähige Fernbahnverbindung. Eine Machbarkeitsstudie soll prüfen, welche Ausbauten mit dem verfügbaren Geld möglich sind. Ergebnisse werden im Juni vorgestellt.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Bahnverkehr“. Lesen Sie jetzt „Bahninitiative: Ausbau Leipzig–Chemnitz wird noch teurer“. Die Bahninitiative Chemnitz hat vor einer weiteren Kostenexplosion und massiven Abstrichen beim Ausbau der Strecke Leipzig-Chemnitz gewarnt. War zuletzt von rund 750 Millionen Euro für den 44 Kilometer langen Nordabschnitt Geithain-Leipzig die Rede, schätze die DB Infrago die Kosten nunmehr auf rund 1,3 Milliarden Euro, teilte die Initiative mit. Daher werde befürchtet, dass die Planungen auf eine deutlich abgespeckte Variante hinauslaufen - etwa mit nur wenigen Ausweichstellen oder sogar ohne Elektrifizierung, heißt es. Beide Szenarien bedeuteten das Aus für eine leistungsfähige und resiliente Fernbahnverbindung zwischen Chemnitz und Leipzig. "Nach langem Einsatz konnten wir gemeinsam mit unseren Partnern einen nahezu zweigleisigen Ausbau sowie die vollständige Elektrifizierung im Südabschnitt erreichen", erklärte der Sprecher der Bahninitiative, Sebastian Drechsler. "Für den Nordabschnitt war von Anfang an eine durchgehend zweigleisige und elektrifizierte Strecke geplant und zugesagt – dies wird unseren Informationen nach nun in Frage gestellt." Jüngst war bekanntgeworden, dass eine Machbarkeitsstudie zum Nordabschnitt läuft. Ein externes Büro soll eruieren, welche Ausbaumaßnahmen mit dem zur Verfügung stehenden Geld möglich sind. Die Erkenntnisse sollen laut Infrastrukturministerium im Mai vorliegen und dann intern ausgewertet werden. Öffentlich vorgestellt werden sollen sie bei einem Bahngipfel im Juni in Chemnitz. Die Bahnstrecke zwischen Leipzig und Chemnitz ist nicht nur für viele Pendler wichtig, sondern für die Industrieregion Südwestsachsen auch das Tor zum Bahnknoten Leipzig und dem Fernverkehrsnetz der Bahn. Auch wird sie für den Güterverkehr genutzt. Doch ist die Kapazität stark begrenzt, weil die Strecke nur eingleisig ist und eine Oberleitung fehlt. Seit Jahren wird deswegen um einen zweigleisigen Ausbau samt Elektrifizierung gerungen. Dies soll einen 30-Minuten-Takt im Zugverkehr zwischen beiden Großstädten ermöglichen, ebenso wie Fernzüge bis nach Chemnitz. © dpa-infocom, dpa:260416-930-952851/1