Fußball-Nationalmannschaft: Nagelsmann bereut Undav-Aussagen: Habe mich triggern lassen

Datum16.04.2026 13:01

Quellewww.zeit.de

TLDRBundestrainer Julian Nagelsmann entschuldigte sich bei Deniz Undav für kritische Aussagen nach dem Ghana-Spiel. Er räumt ein, sich von Nachfragen zu Undav "triggern" lassen zu haben und bezeichnete seine Schärfe als "viel zu forsch". Nagelsmann versicherte, dass sich Undavs Rolle im Nationalteam noch ändern könne, und betonte positive Eigenschaften des Stürmers abseits der reinen Leistung, wie seinen Humor. Das Verhältnis sei wieder in Ordnung.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Fußball-Nationalmannschaft“. Lesen Sie jetzt „Nagelsmann bereut Undav-Aussagen: Habe mich triggern lassen“. Julian Nagelsmann hat sich bei Deniz Undav für eine kritische Aussage nach dem Testspielsieg gegen Ghana entschuldigt. Der Bundestrainer machte dem Stuttgarter Stürmer in einem Interview außerdem Hoffnung auf eine wichtigere WM-Rolle in der Fußball-Nationalmannschaft. "Ich habe mich in dem Moment einfach ein bisschen triggern lassen von sehr vielen Nachfragen zu ein und demselben Thema. Es war nicht richtig und war auch in der Schärfe für die Öffentlichkeit viel zu forsch. Und da habe ich gesagt: "War blöd von mir, tut mir leid"", sagte Nagelsmann in dem Interview-Format "Bestbesetzung" von Magenta (Donnerstag, 19.00 Uhr), aus dem verschiedene Medien vorab berichten. Der Bundestrainer hatte nach dem späten 2:1-Siegtor Undavs als Joker gegen Ghana Ende März impliziert, dass der 29-Jährige als Startelfspieler nicht die ausreichende Qualität habe und kurz angebunden vom "Sieben-Tage-Dauerthema Deniz Undav" gesprochen. "Wenn er vorher 70 Minuten marschiert, weiß ich nicht, ob er ihn so reinmacht. Es war schon ein langer Schritt, der nach 70 Minuten – auch im Hinblick auf den Sommer bei 42 Grad – für ihn schwierig sein kann", sagte Nagelsmann nach dem Spiel.  Undav hatte mehrfach angemerkt, dass er mehr Spielzeit für angemessen halte und mit der ihm zugewiesenen Rolle als WM-Backup nicht zufrieden sei. "Natürlich würde ich sie gerne verändern, aber ich bin nicht der Entscheider, sondern der Bundestrainer. Und wie gesagt, das gilt es zu respektieren", sagte Undav nach dem Ghana-Spiel. Nun versicherte Nagelsmann, dass sich seine Planungen immer noch verändern könnten. "Im März war der Stand, dass er Herausforderer ist und dass er als Joker eine gute Rolle spielen kann. Das hat er getan. An dieser Rolle kann sich immer auch etwas ändern. Aber das betrifft nicht nur Deniz, sondern alle Spieler", sagte der 38-Jährige. Die Aussprache sei auch auf das Feedback seiner Partnerin Lena Wurzenberger zurückzuführen, sagte Nagelsmann. "Ja, das rate ich dir auch", habe sie ihm gesagt, als er ihr von einem geplanten Anruf bei Undav erzählte. Dissonanzen mit Undav sehe er nicht. "Es war ein unnötiger Satz, für den ich mich auch direkt am nächsten Tag bei Deniz entschuldigt habe. Das hat er Gott sei Dank angenommen und es ist auch alles in bester Ordnung zwischen uns", sagte Nagelsmann. Für die zentrale Stürmerposition plant der Bundestrainer mit Kai Havertz als Stammkraft und Nick Woltemade als erstem Ersatzmann.  Nagelsmann trat dem Eindruck entgegen, dass bei seiner Auswahl der WM-Spieler Leistung nicht das primäre Kriterium sei. Sehr wohl aber gäbe es auch andere Komponenten, die für eine WM-Berufung wichtig seien. "Erst einmal sind alle nominiert, weil sie sportlich in der Lage sind, gute Spiele für uns zu machen. Das steht über allem. Dann gibt es aber Spieler, die darüber hinaus weitere Fähigkeiten haben", sagte der Bundestrainer. In diesem Zusammenhang nannte er auch den VfB-Stürmer. "Deniz Undav hat einen unglaublichen Humor. Pascal Groß ist einer, der denkt wie ein Trainer. Waldemar Anton kommt mit allen klar und hat ein gutes Gespür für eine Gruppe. Das ist ein stiller Leader", sagte Nagelsmann über einige WM-Kandidaten. © dpa-infocom, dpa:260416-930-952746/1