Aufrüstung: 20 Prozent mehr Bewerbungen bei der Bundeswehr

Datum16.04.2026 10:52

Quellewww.zeit.de

TLDRIm ersten Quartal 2024 verzeichnete die Bundeswehr einen Anstieg von 20 % bei den Bewerbungen im Vergleich zum Vorjahr, was rund 22.700 Anträgen entspricht. Die Neueinstellungen stiegen um 10 % auf 5.800. Auch bei Freiwilligen Wehrdienstleistenden gab es ein Plus von 13,5 %. Dieser positive Trend wird im Kontext der gestiegenen russischen Bedrohung und des NATO-Ziels gesehen, bis 2035 eine größere Streitkraft bereitzustellen. Eine geplante Wehrdienstreform sieht ab 2008 verpflichtende Fragebögen und Musterungen für junge Männer vor.

InhaltDas Interesse an einer Karriere bei der Bundeswehr scheint zu wachsen. Im ersten Quartal gab es 20 Prozent mehr Bewerbungen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Bundeswehr hat im ersten Quartal 20 Prozent mehr Bewerbungen erhalten als in den ersten drei Monaten des vergangenen Jahres. Bis Ende März haben sich damit rund 22.700 Menschen für eine Karriere bei der Bundeswehr beworben, wie das Verteidigungsministerium mitteilte. Die Zahl der Neueinstellungen lag demnach bei 5.800 – ein Anstieg um zehn Prozent. Auch die Zahl der Freiwilligen Wehrdienstleistenden und kurz dienenden Zeitsoldaten sei im Jahresverlauf gestiegen, hieß es in einer Mitteilung des Ministeriums. Hier gab es demnach ein Plus von 13,5 Prozent auf 12.700. Insgesamt kommt die Bundeswehr damit momentan den Angaben nach auf rund 185.400 aktive Soldatinnen und Soldaten – ein Zuwachs um 3.300 zum Vorjahresquartal. Die Personalstärke der Streitkräfte hat im Vergleich zum Vormonat allerdings abgenommen. Grund hierfür sind laut Ministerium saisonal bedingte Schwankungen. Im Frühjahr scheiden viele planmäßig aus ihrem Dienst aus, weniger treten in die Grundausbildung ein. Das Verteidigungsministerium sprach von einem insgesamt positiven Personaltrend. Seit Januar sucht die Bundeswehr junge Menschen, die freiwillig Wehrdienst leisten. Grund dafür ist die gewachsene russische Bedrohung.  Nach vereinbarten Nato-Vorgaben muss Deutschland bis 2035 rund 460.000 Soldatinnen und Soldaten bereitstellen können. Dies ist laut der Nato-Verteidigungspläne nötig, um Russland davon abzuschrecken, Deutschland und seine Verbündeten anzugreifen. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius plant mit 260.000 aktiven Soldatinnen und Soldaten, sowie einer auf 200.000 verdoppelten Reserve. Um diese Ziele zu erreichen, sieht die ab diesem Jahr geltende Wehrdienstreform vor, dass 18-jährige Männer ab Jahrgang 2008 verpflichtend einen Fragebogen ausfüllen und zur Musterung gehen müssen.  Die Entscheidung für den Wehrdienst bleibt aber vorerst freiwillig. Für Frauen ist sowohl das Ausfüllen des Fragebogens als auch die Musterung freiwillig. Den Dienst an der Waffe kann jeder aus Gewissensgründen verweigern.