Coco Gauff kritisiert Medien für Aufnahmen beim Beten

Datum16.04.2026 12:09

Quellewww.spiegel.de

TLDRCoco Gauff kritisiert Medien dafür, private Momente von Tennisspielerinnen aufzunehmen. Sie berichtet von gefilmten Gebeten und bittet darum, solche intimen Szenen nicht zu zeigen. Gauff fordert mehr Kontrolle über das, was gefilmt wird, und vergleicht die Situation mit einem Leben im Zoo. Auch Alexander Zverev teilt diese Bedenken. Der Veranstalter des Turniers in Stuttgart hat daraufhin angekündigt, Kameras nur auf dem Platz und nicht in sensiblen Bereichen wie Krafträumen einzusetzen.

InhaltSportlich muss Coco Gauff beim aktuellen WTA-Turnier in Stuttgart erst noch punkten. Abseits des Platzes zeigte sie schon davor eine harte Hand und berichtet erneut von übergriffigen Aufnahmen hinter den Kulissen. Coco Gauff, 22, ist entschlossen, beim aktuellen WTA-Turnier in Stuttgart Punkte zu machen. Beim Porsche Tennis Grand Prix ist die Weltranglistendritte als Topspielerin gesetzt, doch auch abseits des Platzes drängt sie nach vorn. Bereits im Januar kritisierte sie Kameras hinter den Kulissen, nachdem sie beim Zertrümmern ihres Schlägers gefilmt worden war. Auch die Weltranglistenzweite Iga Świątek aus Polen stimmte ihr damals zu und fragte: "Sind wir Tennisspieler? Oder sind wir Tiere im Zoo?" Nun stellt sich Gauff offenbar dieselbe Frage wieder und berichtete in Stuttgart von weiteren Zwischenfällen, bei denen ihre Privatsphäre missachtet worden sei. Gauff: "Es geht darum, zu kontrollieren, was gezeigt wird und was nicht. Wir haben viele private Momente. Ich bete vor jedem Match. Ich musste die Kameras bitten, das nicht aufzunehmen." Als weiblicher Tennisprofi sei es heute kaum möglich, männliche Kollegen zu treffen, ohne dabei ebenfalls von Kameras verfolgt zu werden. "Ich bin froh, dass ich vielleicht eine Diskussion angestoßen habe. Ich finde definitiv, dass es damals zu weit gegangen ist", so Gauff. "Ich finde den Kraftraum in Ordnung, aber in den Gängen und anderen Orten..." Mit ihrer Kritik an intimen und übergriffigen Aufnahmen hinter den Kulissen ist die Spielerin nicht allein. Alexander Zverev, 28, etwa war dabei gefilmt worden, wie er am Smartphone seinen Entsperrcode eingetippt hatte. Bei den BMW Open in München sagte er, dass er von Freunden per Kurznachricht darauf hingewiesen worden sei, dass man es im Fernsehen sah. "Das ist mir zu viel", so der Hamburger. Wie es heißt, sollen in Stuttgart nun andere Standards gelten. Auf Nachfrage bestätigte der Veranstalter laut "Bild"-Zeitung: "Wir haben Kameras nur auf dem Platz und in unsensiblen Bereichen. Nicht einmal im Kraftraum sind Kameras, um die Spielerinnen zu beobachten." Das klingt beinahe, als hätte Gauff schon vor ihrem Spiel etwas gewonnen.