Diplomatie im Krieg: Netanyahu soll mit Libanons Präsident telefonieren

Datum16.04.2026 11:53

Quellewww.spiegel.de

TLDRIsraelischer Premierminister Netanyahu soll laut Berichten mit Libanons Präsident Aoun telefonieren. Dies wäre das erste bekannte Gespräch zwischen den beiden, angestoßen durch eine Aussage von Ex-Präsident Trump. Zuvor gab es erstmals seit Jahrzehnten direkte Gespräche auf politischer Ebene in Washington. Israel strebt Entwaffnung der Hisbollah und dauerhaften Frieden an, Libanon fordert Waffenruhe und Abzug israelischer Truppen. Die Lage bleibt angespannt, da die Kämpfe weitergehen.

InhaltNatürlich war es Donald Trump, der zuerst von einem hochrangigen Gespräch zwischen Israel und dem Libanon berichtete. Jetzt soll es wirklich stattfinden, während die Kämpfe mit der Hisbollah weitergehen. Die Lage im Libanon bleibt wegen des Irankriegs angespannt. Nun könnte – zumindest diplomatisch – Bewegung hereinkommen: Nach Angaben aus Israel wird Premier Benjamin Netanyahu noch am Donnerstag mit dem libanesischen Staatspräsidenten Joseph Aoun telefonieren. Israels Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Technologie, Gila Gamliel, bestätigte das Telefonat gegenüber dem israelischen Armeesender. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump mitgeteilt, dass es ein hochrangiges Gespräch geben werde. Es wäre das erste bekannte Telefonat zwischen Netanyahu und Aoun. Beirut bestätigte bislang nicht, dass es ein Gespräch geben soll. Am Dienstagabend waren in Washington erstmals seit Jahrzehnten israelische und libanesische Vertreter zu direkten Gesprächen auf politischer Ebene zusammengekommen. Israel verfolgt eigenen Angaben zufolge zwei zentrale Ziele: die Entwaffnung der Hisbollah-Miliz und einen dauerhaften Frieden. Einen "Frieden durch Stärke", wie es heißt. (Lesen Sie hier mehr zu den Zielen Israels .) Die libanesische Regierung, die keine Partei im Krieg zwischen Israel und der Hisbollah ist, will eine Waffenruhe und einen Abzug der israelischen Soldaten aus dem Südlibanon. Bisher sieht es aber nicht danach aus. Am Mittwoch hatten sich Israels Militär und die Hisbollah erneut beschossen. Die von Israel im Südlibanon besetzte "Sicherheitszone" soll ostwärts bis zu den Hängen des Berges Hermon erweitert werden. Dort will Israel eigenen Angaben zufolge den verbündeten Drusen, einer religiösen Minderheit, in ihrer "Notlage" helfen. Das Bergmassiv des Hermon erstreckt sich entlang der syrisch-libanesischen Grenze. Im Süden endet es auf den von Israel annektierten Golanhöhen. Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hatte im vergangenen Monat gesagt, Israel wolle bis auf Weiteres das Gebiet bis zum Litani-Fluss im Südlibanon kontrollieren. Der Fluss liegt etwa 30 Kilometer entfernt von der Grenze zu Israel. Im Libanon befürchtet man eine dauerhafte Besetzung des Gebiets; entsprechende Forderungen gibt es etwa vom rechtsextremen israelischen Finanzminister Bezalel Smotrich. Wie Israels Premier Netanyahu trotz einer Waffenruhe ohne Vorwarnung die verheerenden Angriffe auf Stadtteile von Beirut befahl, lesen Sie hier .