Fußball: Rettig vor WM: »Hoffen alle, dass der Spuk bald vorbei ist«

Datum16.04.2026 10:22

Quellewww.zeit.de

TLDRDFB-Geschäftsführer Andreas Rettig äußert sich besorgt über die politische Weltlage vor der WM. Er hofft auf ein baldiges Ende der "geopolitischen Irrationalität". Zwar gab es Forderungen nach einem Boykott, doch Rettig betont, man dürfe sich nicht ablenken lassen. Kritisiert wird die Verleihung eines Friedenspreises an US-Präsident Trump. Die deutsche Nationalmannschaft wird freien Meinungsäußerungen nicht im Wege stehen. Deutschland startet am 14. Juni gegen Curaçao.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Fußball“. Lesen Sie jetzt „Rettig vor WM: "Hoffen alle, dass der Spuk bald vorbei ist"“. DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig ringt angesichts der politischen Weltlage kurz vor der Fußball-WM um Orientierung. "Wir hoffen alle, dass der Spuk bald vorbei ist. Man wundert sich ja wirklich tagtäglich über Dinge, die geopolitisch passieren. Ich kann viele Dinge gar nicht mehr richtig einsortieren aufgrund ihrer Schnelligkeit und ihrer Irrationalität. Das muss ich schon bekennen", sagte Rettig der Nachrichtenagentur dpa am Rande der Veranstaltung "Hamburgs Spitzen". Wegen der umstrittenen Politik von US-Präsident Donald Trump und des Iran-Krieges hatte es zuletzt immer wieder Forderungen nach einem WM-Boykott gegeben. Unklar ist nach wie vor die Teilnahme des Iran an dem XXL-Turnier. Die Entscheidung über einen Start solle vom Nationalen Sicherheitsrat des Landes in Abstimmung mit der Regierung getroffen werden, hieß es zuletzt. "Da fehlen einem oft auch die Worte", sagte Rettig, der an die bizarre Show rund um den US-Präsidenten bei der WM-Auslosung am 5. Dezember in Washington erinnerte. "Wenn ich es richtig gesehen habe, hat Herr Trump ja auch den Friedenspreis überreicht bekommen. Das sollte Ansporn sein, diesem Preis auch alle Ehre zu machen", erklärte der DFB-Funktionär. Trump hatte von FIFA-Boss Gianni Infantino den erstmals vergebenen Preis erhalten. Für Rettig geht es darum, bei dem Turnier in den USA, Mexiko und Kanada (11. Juni bis 19. Juli) aus der vergangenen WM zu lernen. "Je näher wir ans Turnier kommen, desto weniger sollten wir uns von unserem eigenen Fokus ablenken lassen. Das war ja der Fehler in Katar. Wir haben uns Kraft und Energie durch andere Themen rauben lassen", sagte der 62-Jährige. Rettig betonte, es werde während der WM keine Maulkörbe für die Profis um Kapitän Joshua Kimmich geben. "Wie kommen wir dazu? Jeder soll das sagen, was er für richtig hält", betonte Rettig.  Die Endrunde beginnt für Deutschland am 14. Juni (19.00 Uhr/MESZ) in Houston gegen Curaçao. Die weiteren Gegner in der Gruppenphase sind am 20. Juni (22.00 Uhr/MESZ) die Elfenbeinküste in Toronto und Ecuador am 25. Juni (22.00 Uhr/MESZ) in East Rutherford. © dpa-infocom, dpa:260416-930-951794/1