JD Vance rät dem Papst, »vorsichtig« zu sein

Datum16.04.2026 09:56

Quellewww.spiegel.de

TLDRUS-Vizepräsident JD Vance hat Papst Leo XIV.s Kritik am US-Krieg gegen Iran zurückgewiesen. Vance legte dem Kirchenoberhaupt nahe, bei politischen Interpretationen vorsichtig zu sein und betonte, Aussagen müssten in der Wahrheit verankert sein. Er widersprach der päpstlichen Äußerung, Gott segne keinen Konflikt, und verwies auf historische Beispiele wie den Zweiten Weltkrieg. Dies geschieht vor dem Hintergrund einer wachsenden Spannungen zwischen dem Vatikan und der US-Regierung unter Präsident Trump.

InhaltNach Donald Trumps Tirade gegen den Papst legt sein Vizepräsident nach: Der zum Katholizismus konvertierte JD Vance deutet an, das Kirchenoberhaupt sage nicht die Wahrheit. US-Vizepräsident JD Vance hat die Kritik von Papst Leo XIV. am Krieg der USA gegen Iran scharf zurückgewiesen und dem Pontifex nahegelegt, bei theologischen Bewertungen aktueller Politik "vorsichtig" zu sein. Bei einer Veranstaltung der konservativen Organisation Turning Point USA im Bundesstaat Georgia sagte Vance, es sei wichtig, dass Aussagen über Theologie "in der Wahrheit verankert" seien. In ähnlicher Weise, wie ein US-Vizepräsident bei öffentlichen politischen Fragen sorgfältig sein müsse, gelte dies auch für den Papst, wenn er sich theologisch äußere. Vance betonte zugleich, er bewundere Leo XIV. und habe grundsätzlich nichts dagegen, dass der Papst zu aktuellen Ereignissen Stellung beziehe. Inhaltlich widersprach er jedoch dessen Einordnung des Konflikts im Nahen Osten. Leo XIV. hatte in der vergangenen Woche in sozialen Medien erklärt, Gott segne keinen Konflikt. "Wer ein Jünger Christi, des Fürsten des Friedens, ist, steht niemals auf der Seite derjenigen, die einst das Schwert führten und heute Bomben abwerfen", schrieb der Papst. Vance stellte diese Aussage mit Blick auf historische Beispiele infrage und verwies auf den Zweiten Weltkrieg: Gälte Leos Satz dann auch für die Landung amerikanischer Truppen in Frankreich, die zur Befreiung Europas von Nazideutschland und zur Rettung von Menschen aus Konzentrationslagern beitrug? "Wie kann man sagen, dass Gott niemals auf der Seite derjenigen steht, die das Schwert führen?", fragte Vance. Die Kontroverse spielt sich vor dem Hintergrund einer zunehmenden Zuspitzung zwischen Vatikan und Weißem Haus ab. US-Präsident Donald Trump hatte den in den USA geborenen Papst zuvor öffentlich attackiert und dessen Haltung zum Irankrieg als "schwach" bezeichnet. Vance gerät damit in eine heikle Position: Er zählt zu den prominentesten Katholiken in der US-Politik und hat seinen Übertritt zum Katholizismus 2019 mehrfach öffentlich thematisiert. Alle Hintergründe zum Konflikt zwischen US-Regierung und Vatikan lesen Sie hier .