Datum16.04.2026 08:21
Quellewww.spiegel.de
TLDRTrainer Patrick Fischer ist nach einem Geständnis über eine gefälschte Impfpassreise zu den Olympischen Spielen 2022 entlassen worden. Zunächst wollte der Schweizer Eishockeyverband keine Konsequenzen ziehen, doch nach Fischers Offenbarung über die Reise mit einem gefälschten Zertifikat zog der Verband die Reißleine. Der bisherige Assistent Jan Cadieux übernimmt die Mannschaft. Der Verband betonte die Bedeutung von Integrität und Vertrauen, Werte, die Fischer zuletzt nicht gewahrt habe.
InhaltErst wollte der Schweizer Eishockeyverband keine Konsequenzen ziehen, nun muss Patrick Fischer seinen Posten als Nationaltrainer räumen. Auslöser war ein Geständnis über eine Impfpassfälschung. Erst sollte er seinen Job behalten dürfen, jetzt folgt die Wende: Patrick Fischer ist nach einem überraschenden Geständnis nicht mehr Eishockey-Nationaltrainer der Schweiz. Das gab die Swiss Ice Hockey Federation (SIHF) einen Monat vor Beginn der Heim-WM in einer offiziellen Mitteilung bekannt. Am Montag hatte Fischer erklärt, dass er 2022 mit einem gefälschten Corona-Zertifikat zu den Olympischen Spielen nach Peking gereist war. Fischer war seit Ende 2015 Coach der Nationalmannschaft, dreimal gewann er mit dem Team WM-Silber. Für die WM in Zürich und Fribourg (15. bis 31. Mai), bei der die Schweiz auch auf die DEB-Auswahl trifft, übernimmt Fischers bisheriger Assistent Jan Cadieux. "Der Fall ist rechtlich abgeschlossen, hat aber eine öffentliche Werte- und Vertrauensdiskussion ausgelöst, die der Verband sehr ernst nimmt. Vertrauen und Integrität sind zentral in unserem Sport und in unserem Verband", sagte Präsident Urs Kessler: "Aus heutiger Sicht war unsere erste Beurteilung, wonach die Angelegenheit abgeschlossen ist, zu kurz gegriffen. Es geht um Werte und Respekt, die für Swiss Ice Hockey zentral sind und von Patrick Fischer 2022 nicht gelebt wurden." Nach dem Geständnis hatte die SIHF zunächst auf Konsequenzen für Fischer verzichtet, der laut der Mitteilung am Montag 2023 als Privatperson für sein Fehlverhalten verurteilt worden war. Der Verband bedauere, "dass er diesem Aspekt in seiner ersten Beurteilung zu wenig Beachtung geschenkt hat", sagte Kessler weiter: "Gleichzeitig dankt der Verband Patrick Fischer für seine unbestrittenen großen sportlichen Erfolge." Fischer spricht von einem "schweren Fehler", er übernehme "die volle Verantwortung". Für die Winterspiele in Peking 2022 war eine Coronaimpfung zwar nicht Pflicht, für ungeimpfte Teilnehmer galten jedoch sehr strenge Regeln. Dazu gehörte eine 21-tägige Quarantäne nach der Einreise nach China.