Datum16.04.2026 07:20
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie spanische Presse kritisiert nach dem Bayern-Sieg gegen Real Madrid den Schiedsrichter wegen der späten Gelb-Roten Karte für Camavinga. Sie sehen darin Ungerechtigkeit und bedauern, dass die Partie vor allem dadurch in Erinnerung bleibt. Die englische Presse lobt das Spiel als Spektakel, kritisiert jedoch die Opferrolle, die Real einnimmt. Beide sehen das Spiel als einzigartig und hochklassig.
InhaltDie spanische Presse tobt nach dem Drama zwischen München und Real Madrid wegen des Schiedsrichters. In England hat man dazu eine andere Meinung. Einig ist man sich jedoch in einem Punkt: Dieses Spiel war einzigartig. Nach Bayern Münchens Viertelfinalsieg in der Champions League gegen Real Madrid verzichtet die spanische Presse auf die ganz scharfe Kritik an den Königlichen. Schiedsrichter Slavko Vinčić aus Slowenien wird nach dem 4:3 der Bayern im Rückspiel (Hinspiel: 2:1) wegen Gelb-Rot für Eduardo Camavinga beim Stand von 3:2 für Real deutlich schärfer angegangen. Die englische Presse hat auf diese Kritik aber eine eindeutige Antwort. "Marca": "Welch eine Ungerechtigkeit! Das Spiel war spektakulär, und es ist schade, dass es vor allem wegen der Roten Karte für Camavinga in Erinnerung bleiben wird. Real Madrid ist nach München gekommen und hat Bayern, den großen Favoriten auf den Champions-League-Titel, in Bedrängnis gebracht." "AS": "Ehrenvoller Abschied in München. Monatelang, vielleicht sogar seit über einem Jahr, sah es nicht so aus, aber ja, das war auch das Real Madrid, das Europa seit 70 Jahren wegen seines unerklärlichen Überlebensinstinkts fürchtet. Niemand spielt sich glaubwürdiger tot. Selbst die Erfahrensten, zu denen aus altbekannten Gründen auch Bayern gehört, tappen in seine Falle. In der Allianz-Arena brachte es die Deutschen in einem heroischen Spiel an ihre Grenzen, mit einer bisher nie dagewesenen Opferbereitschaft und nach einem Platzverweis für Camavinga, der es verdient hätte, im Beschwerdebuch zu landen." "Mundo Deportivo": "Real Madrid stand kurz vor einem Wunder, schaffte es aber nicht, und es bleibt abzuwarten, ob dies dazu beitragen kann, die Krise, die das Ausscheiden aus allen Wettbewerben am 15. April mit sich bringt, irgendwie abzumildern." "Sport": "Bayern lässt Real Madrid mit leeren Händen zurück und raubt ihnen ihren Mythos." "BBC": "Was für ein Fußballspiel! War das eine defensive Glanzleistung? Nein, war es nicht. War es unglaublich unterhaltsam? Ja, das war es." "Guardian": "Es ist erbärmlich und so unpassend, wenn Madrid – ein legendärer Verein – sich wie ein kleines Kind aufführt und die Opferrolle spielt." "The Sun": "Während die meisten Premier-League-Duelle zu langweiligen Schnarchfesten verkommen sind, bei denen sich alles nur noch um Standardsituationen dreht, war dieses atemberaubende Spitzenspiel das 'schöne Spiel' in seiner reinsten Form." "Gazzetta dello Sport": "Bayern steht nach einer beeindruckenden Leistung im Halbfinale." Manuel Neuer patzte im Rückspiel ungewohnt, seine Vorderleute machten es mit vier Toren wieder gut. Die Schlüsselspieler der Bayern standen diesmal allerdings im Mittelfeld: Joshua Kimmich und Aleksandar Pavlović. Lesen Sie hier über die Leistungen der Bayern-Spieler in der großen SPIEGEL-Einzelkritik.