Krieg gegen Iran: US-Flugzeugträger bricht Einsatzrekord – fast zehn Monate auf See

Datum16.04.2026 07:12

Quellewww.spiegel.de

TLDRDer US-Flugzeugträger USS "Gerald R. Ford" bricht mit fast zehn Monaten Einsatzdauer einen Rekord seit dem Vietnamkrieg. Zuletzt war er an Militäroperationen in der Karibik und im Nahen Osten beteiligt, unter anderem im Krieg gegen den Iran. Ein Brand führte zu einer Rückkehr ins Mittelmeer, wobei 600 Matrosen vorübergehend ohne Schlafplätze waren. Ein Senator kritisiert die lange Einsatzdauer und fordert die Rückkehr der Besatzung.

InhaltDer Flugzeugträger USS "Gerald R. Ford" ist länger im Einsatz als jeder andere seit dem Vietnamkrieg. Nach einem Brand schliefen 600 Matrosen auf dem Boden. Ein Senator sieht den Rekord kritisch und fordert eine Rückkehr. Die USS "Gerald R. Ford", größter Flugzeugträger der Welt und Prestigeprojekt der US-Marine, ist so lange im Einsatz wie seit Jahrzehnten kein US-Träger mehr: 295 Tage am Stück – länger als jeder andere Flugzeugträger in der Zeit nach dem Vietnamkrieg. Der bisherige Rekord lag bei 294 Tagen und stammt von der USS "Abraham Lincoln" aus dem Jahr 2020. Die Zahlen stammen aus einer Auswertung von U.S. Naval Institute News, der Plattform einer privaten, gemeinnützige Militärvereinigung. Offiziell feiert die Navy den Rekord nicht – widersprochen hat sie den Daten allerdings auch nicht. Begonnen hatte die Fahrt im Juni 2025: Von Norfolk im US-Bundesstaat Virgina ging es zunächst ins Mittelmeer. Dort blieb der Flugzeugträger nicht lange. Im Oktober wurde die "Ford" in die Karibik gelenkt und wurde damit Teil eines außergewöhnlich großen US-Marineaufmarschs in der Region. Dort soll der Träger nach Angaben in dem Bericht auch an einer Militäroperation gegen Venezuelas damaligen Präsidenten Nicolás Maduro beteiligt gewesen sein. Anschließend ging es weiter Richtung Naher Osten: Beim US-israelischen Angriff auf Iran wurde die "Ford" erneut verlegt und habe in den ersten Kriegstagen aus dem Mittelmeer heraus operiert. Anfang März fuhr der Träger durch den Suezkanal ins Rote Meer. Dann der Rückschlag: Ein Feuer in einem Wäschereibereich setzte der "Ford" so zu, dass sie umkehren und ins Mittelmeer zurückmusste. Für die Besatzung folgte eine schwierige Zeit. Der demokratische Senator Tim Kaine aus Virginia spricht von einem "ernsthaften Tribut" für die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden der Crew. Nach dem Brand seien zeitweise 600 Seeleute ohne Schlafplätze gewesen, sagte Kaine. Seine Botschaft ist politisch: Die Marineangehörigen sollten zu Hause sein, nicht "um die Welt geschickt" werden. Wie lange der Träger noch unterwegs bleibt, sagt das Pentagon offiziell nicht. Doch die beiden ranghöchsten Marineoffiziere ließen öffentlich durchblicken, dass sie mit rund elf Monaten Einsatz rechnen – eine Rückkehr Ende Mai wäre dann plausibel. Admiral Daryl Caudle, oberster Offizier der US-Navy, hatte bereits Ende März erklärt, man werde einen "rekordbrechenden Einsatz" der "Ford" erleben. Im Kalten Krieg hatte es aber noch einen längeren Einsatz eines Flugzeugträgers gegegeben. Die inzwischen ausgemusterte USS "Midway" hält den Rekord mit 332 Tagen in den Jahren 1972/73. Und die Besatzung der USS "Nimitz" war 2020/21 sogar 341 Tage von zu Hause weg – allerdings mit längeren Isolationsphasen an Land zur Eindämmung von Corona.