Asien: Chinas Wirtschaft wächst zu Jahresbeginn stärker als erwartet

Datum16.04.2026 06:33

Quellewww.zeit.de

TLDRChinas Wirtschaft wuchs im ersten Quartal 2026 unerwartet stark um 5,0 Prozent, besser als prognostizierte 4,8 Prozent. Jedoch dämpfen globale Unsicherheiten, wie der Irankrieg und steigende Kosten, die Aussichten. Als größter Energieimporteur und exportabhängige Nation leidet China unter höheren Ölpreisen und riskiert durch die Stagflation bei Handelspartnern eine schwächere Exportnachfrage, trotz staatlicher Bemühungen zur Konsumförderung.

InhaltDie Regierung in Peking meldet für das erste Quartal ein Wirtschaftswachstum von fünf Prozent. Der Irankrieg und steigende Kosten sorgen jedoch für Unsicherheit. Chinas Wirtschaft ist nach einem schwachen vierten Quartal 2025 zu Jahresbeginn trotz neuer globaler Konflikte stärker gewachsen als erwartet. In den ersten drei Monaten legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach vorläufigen Daten um 5,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu, wie die Statistikbehörde in Peking mitteilte. Analysten hatten zuvor ein geringeres Wachstum von bis zu 4,8 Prozent prognostiziert. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt hatte im vierten Quartal 2025 lediglich einen BIP-Anstieg von 4,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verbucht. Dies war das schwächste Quartalswachstum seit Ende des Corona-Lockdowns drei Jahre zuvor. China plagen seit Längerem Wirtschaftsprobleme wie eine schwache Nachfrage gepaart mit einem Überangebot in vielen Branchen. Die Regierung in Peking will den Konsum in China fördern, um damit zum Wirtschaftswachstum beizutragen. Doch Konflikte wie der Irankrieg und steigende Kosten etwa durch höhere Ölpreise sorgen für Unsicherheit. Als weltgrößter Energieimporteur und stark exportabhängige Volkswirtschaft ist China doppelt betroffen: Der Ölschock bremst den Handel und die Kosten für die Fabriken steigen. "Chinas Exporte bleiben 2026 ein wichtiger ‌Wachstumsmotor, aber der jüngste Energieschock hat ‌den Fokus auf die Nachhaltigkeit der externen Nachfrage ​gelenkt", schrieb Xinquan Chen, China-Ökonom bei Goldman Sachs, in einer Analyse. "Während Chinas Produktion relativ widerstandsfähig ist, sind seine wichtigsten Handelspartner – insbesondere Schwellenländer ​mit geringerem Einkommen, auf die fast 40 Prozent der Exporte entfallen – zunehmend Stagflationsrisiken ausgesetzt."