Datum16.04.2026 06:00
Quellewww.zeit.de
TLDRDas kleinste Serienauto der Welt, der Peel P50, ist in Niedersachsens PS-Speicher Museum in Einbeck zu sehen. Nur noch etwa zwei Dutzend Exemplare des 1960er Jahre Kultfahrzeugs existieren. Der nur 60 kg wiegende Wagen mit nur einer Tür und drei Rädern bietet Platz für eine Person und eine Aktentasche. Er hat weder Rückwärtsgang noch Sicherheitsgurte und erreicht geringe Geschwindigkeiten. Trotz seiner Minimalistik gilt er als Meilenstein der Kleinwagen-Geschichte und erzielt auf Auktionen hohe Preise.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Nur noch wenige Exemplare“. Lesen Sie jetzt „Kleinstes Serienauto der Welt steht in Niedersachsen“. Neben anderen Fahrzeugen wirkt er wie ein Spielzeugauto: der Peel P50. Es ist das kleinste jemals in Serie gefertigte Auto der Welt. Zu diesem Schluss kam zumindest das Guinness-Buch der Rekorde 2010. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Ein Original-Exemplar des vor gut 60 Jahren gefertigten Fahrzeuges findet sich in Niedersachsen - und es fährt noch. Noch gut zwei Dutzend der Fahrzeuge soll es geben. Damit ist das Fahrzeug im Auto-Museum PS-Speicher im niedersächsischen Einbeck eine echte Rarität. Bei Auktionen wechseln die verbliebenen Modelle mitunter für mehr als 100.000 Euro den Besitzer. Einst wurden 50 produziert, wie es vom Hersteller Peel - benannt nach einem Badeort auf der Isle of Man - heißt. Auf der britischen Insel wurde das Auto erstmals hergestellt. Als Einzelstück oder in Kleinserien wurde es seitdem immer mal wieder aufgelegt. Keinen Meter breit und nur knapp einen Meter lang, besteht der Wagen praktisch nur aus dem Fahrersitz und einem Lenkrad, mit wenig Spielraum für die Knie. Eine Aktentasche bekommt man noch hineingezwängt, einen Kofferraum sucht man jedoch vergebens. "Manche Menschen wollen für sich alleine sein und nur sich und das Auto transportieren - dafür ist der Peel P50 wie gemacht", sagt Stephan Richter vom PS-Speicher. Dort steht der Peel in der Sammlung für Kleinwagen. Durch seine Größe und die glasfaserverstärkte Karosserie wiegt der P50 gerade einmal 60 Kilogramm. Das ist vor allem beim Ausparken hilfreich - denn einen Rückwärtsgang gibt es nicht. Stattdessen ist am Heck ein Griff angebracht, um das Auto rückwärts etwa aus Parklücken herauszuziehen. In Fahrtrichtung geht es ebenfalls nicht wirklich schnell vorwärts: "60, 70 Kilometer pro Stunde sind theoretisch möglich, aber viel mehr als 25 Kilometer pro Stunde würde ich damit nicht fahren", sagte Richter. Sein Kollege, Mechaniker Joachim Kirk hätte nicht einmal das für möglich gehalten: "Mir war nicht klar, dass sich das Fahrzeug aus eigener Kraft fortbewegen kann. Ich habe das für einen Krankenrollstuhl gehalten." Auch bei den Rädern wurde gespart: Lediglich drei gibt es. Zwei vorne, eins hinten. Entsprechend schwankt das Fahrzeug bei der Kurvenfahrt. Richter berichtet: "Das ist ein ganz neues, ungewöhnliches Gefühl, so ein Fahrzeug zu fahren". Einen Seitenspiegel gibt es nur auf der rechten Seite, eine Tür nur auf der linken. Anschnallgurt? Fehlanzeige. Nicht nur wegen dieser Beschränkungen würde sich Richter mit dem Vehikel nicht in den regulären Straßenverkehr wagen - auch wenn eine Straßenzulassung möglich sei. "Knautschzonen hat das Auto praktisch nicht. Es ist einfach alles sehr minimalistisch." Das Auto hält Richter dennoch für einen "Meilenstein in der Geschichte der Kleinwagen". Umso stolzer sei er, den Peel in Einbeck ausstellen zu können. © dpa-infocom, dpa:260416-930-951097/1