Datum16.04.2026 02:28
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie US-Derivateaufsicht CFTC untersucht millionenschwere Öl-Termingeschäfte, die kurz vor Trumps Iran-Politikentscheidungen getätigt wurden. Investoren könnten durch Insiderwissen auf sinkende Ölpreise spekuliert haben, da signifikante Transaktionen vor der Bekanntgabe einer Waffenruhe stattfanden. Die Börsen kooperieren mit der CFTC, während Bedenken wegen möglicher Marktmanipulation aufkamen.
InhaltKurz vor Bekanntgabe der Waffenruhe im Irankrieg platzierten Investoren millionenschwere Wetten auf sinkende Ölpreise. Nun ermittelt die US-Derivateaufsicht CFTC. Die US-Derivateaufsicht CFTC untersucht offenbar eine Reihe von Öl-Termingeschäften, die kurz vor wichtigen Kurswechseln in der Iranpolitik von US-Präsident Donald Trump getätigt wurden. Im Zentrum der Ermittlungen stünden Transaktionen auf den Plattformen der CME Group und der Intercontinental Exchange (ICE) vom 23. März und 7. April, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. CFTC-Chef Michael Selig betonte in einem vorab veröffentlichten Redetext für eine Anhörung im Kongress am Donnerstag, die Behörde werde gegen Fehlverhalten vorgehen. "Ich möchte unmissverständlich klarstellen: Wer auf unseren Märkten betrügt, manipuliert oder Insiderhandel betreibt, den werden wir finden und mit der vollen Härte des Gesetzes bestrafen." Zu konkreten Ermittlungen äußerte er sich in dem Text jedoch nicht. Die zeitlich gut abgepassten Geschäfte dürften Millionengewinne abgeworfen haben. So platzierten Investoren in der vergangenen Woche wenige Stunden vor der Bekanntgabe einer Waffenruhe zwischen den USA und Iran Wetten auf den Ölpreis im Volumen von rund 950 Millionen Dollar. Ähnlich auffällige Transaktionen gab es am 23. März. Die Ermittler haben bei den Börsen unter anderem Daten zur Identifizierung der Akteure angefordert, die hinter den Geschäften stehen. Ein Sprecher der CME Group erklärte, der Börsenbetreiber überwache seine Märkte streng und arbeite eng mit der CFTC zusammen. Die Plattform ICE lehnte eine Stellungnahme ab. Die Vorgänge schüren bei Parlamentariern und Rechtsexperten die Sorge, dass Vorabwissen über diplomatische und militärische Entscheidungen auf den volatilen und undurchsichtigen Derivatemärkten ausgenutzt werden könnte. Das Präsidialamt hatte seine Mitarbeiter bereits davor gewarnt, ihre berufliche Stellung für Wetten an den Terminmärkten auszunutzen. Zuletzt geriet auch US-Verteidigungsminister Pete Hegseth in Verdacht. Ein von ihm beauftragter Broker soll in den Wochen vor Kriegsbeginn versucht haben, eine Investition in führende Rüstungsunternehmen zu tätigen – mehr dazu hier . Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren begrüßte die Untersuchung der CFTC als ersten Schritt. Die Aufsichtsbehörden müssten jedoch noch genauer prüfen, ob Regierungsvertreter in Insiderhandel verwickelt seien. Das Weiße Haus reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme zu Warrens Äußerungen.