Narges Mohammadi : Nobelpreisträgerin Mohammadi soll in kritischem Zustand sein

Datum16.04.2026 00:56

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi ist laut ihrer Familie in kritischem Zustand. Ihr wird nach einem vermuteten Herzinfarkt im März eine unzureichende medizinische Versorgung im Gefängnis vorgeworfen. Mohammadi kämpft seit Jahren gegen die Unterdrückung von Frauen und die Todesstrafe im Iran und wurde dafür mehrfach inhaftiert. Ihre Familie ist besorgt über ihren gesundheitlichen Zustand.

InhaltNarges Mohammadi ist laut ihrer Familie nach einem Herzinfarkt geschwächt. Die inhaftierte Friedensnobelpreisträgerin wird demnach nicht ausreichend medizinisch versorgt. Die im Iran inhaftierte Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi befindet sich offenbar in einem kritischen Gesundheitszustand. Ihre Familie und ihr Anwaltsteam stellten bei einem Haftbesuch am Wochenende "deutliche Anzeichen für eine Verschlechterung ihres Allgemeinzustands fest", wie Mohammadis Stiftung mitteilte. Die Nobelpreisträgerin sei nach einem vermuteten Herzinfarkt im März stark geschwächt und habe erheblich an Gewicht verloren, teilte auch ihr Bruder Hamid-Reza Mohammadi mit. Demnach soll die medizinische Versorgung im Gefängnis unzureichend sein. Die Familie sei sehr besorgt. Ihren Unterstützern zufolge hat Mohammadi Herzprobleme und erlitt schon mehrfach Infarkte. Am 24. März sollen Insassen die Nobelpreisträgerin bewusstlos in ihrer Zelle gefunden haben, hieß es in einer Mitteilung vom Anfang des Monats. Trotz "offensichtlicher Anzeichen für einen Herzinfarkt" verweigerten die iranischen Behörden demnach einen Besuch bei einem Facharzt oder einer Klinik. Die 53-jährige Mohammadi war in den vergangenen 25 Jahren wegen ihres Einsatzes gegen den Kopftuchzwang und die Todesstrafe im Iran wiederholt vor Gericht gestellt und inhaftiert worden. Sie hat einen Großteil der vergangenen zehn Jahre im Gefängnis verbracht und ihre beiden Kinder, die in Paris leben, seit 2015 nicht mehr gesehen. Im Dezember 2024 war Mohammadi aus gesundheitlichen Gründen aus ihrer Haft im berüchtigten Teheraner Evin-Gefängnis freigelassen worden, im Februar wurde sie allerdings erneut zu sechs Jahren Haft verurteilt, nachdem sie bei einer Trauerfeier für einen zuvor tot aufgefundenen Anwalt eine Rede gehalten hatte. Zudem gilt für sie ein zweijähriges Ausreiseverbot. Mohammadi hat 2023 den Friedensnobelpreis für ihren Einsatz gegen die Unterdrückung von Frauen und gegen die Todesstrafe in Iran erhalten. Den Preis nahmen damals stellvertretend für sie ihre beiden Kinder in Oslo entgegen.