Datum15.04.2026 23:36
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie iranische Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi ist nach Angaben ihres Bruders in kritischem Zustand. Sie leidet nach einem Herzinfarkt unter starker Schwäche und Gewichtsverlust. Die Familie befürchtet, dass das Regime ihr im Gefängnis medizinische Versorgung und Medikamente verweigert. Mohammadi, die sich für Frauenrechte und gegen die Todesstrafe einsetzt, ist zu mehreren Jahren Haft verurteilt und in Chosf verbannt.
InhaltDer Zustand der Frauenrechtsaktivistin Narges Mohammadi soll sich massiv verschlechtert haben. Ihr Bruder sagt, das Regime verweigere ihr im Gefängnis die medizinische Versorgung. Narges Mohammadi, inhaftierte iranische Friedensnobelpreisträgerin, befindet sich nach Angaben ihres Bruders in einem kritischen Gesundheitszustand. Hamid-Reza Mohammadi schrieb auf der Plattform X , seine Schwester sei nach einem Herzinfarkt Ende März stark geschwächt und habe erheblich an Gewicht verloren. Die Familie sei sehr besorgt. Zudem soll die medizinische Versorgung im Gefängnis unzureichend sein, was Unterstützerinnen und Unterstützer bereits in der Vergangenheit beklagten. Dabei ging es unter anderem um die Forderung nach einer dringend notwendigen kardiologischen Versorgung. Hamid-Reza Mohammadi beschrieb in dem Post auf X, seiner Schwester würden Medikamente und Behandlung verweigert. Mohammadi, die 2023 den Friedensnobelpreis für ihren Einsatz gegen die Unterdrückung von Frauen und gegen die Todesstrafe in Iran erhielt, ist im Zentralgefängnis der Stadt Sandschan inhaftiert. Anfang Februar wurde sie nach Angaben ihres Anwalts erneut zu mehreren Jahren Haft verurteilt. Als Zusatzstrafe wurde ein zweijähriges Ausreiseverbot verhängt sowie eine Verbannung in die iranische Kleinstadt Chosf. Gegen Mohammadi sind bereits einige mehrjährige Hafturteile ergangen. Ein Interview mit der Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi aus dem August 2025, lesen Sie hier.