Iran hat offenbar chinesischen Spionagesatelliten für Angriffe auf US-Stützpunkte genutzt

Datum15.04.2026 17:24

Quellewww.spiegel.de

TLDRIran soll heimlich einen chinesischen Spionagesatelliten, TEE-01B, erworben haben, um US-Stützpunkte in Saudi-Arabien, Jordanien, Bahrain und im Irak auszuspähen. Dies berichtet die "Financial Times" unter Berufung auf iranische Militärdokumente. Der Satellit, gebaut vom chinesischen Unternehmen Earth Eye und gesteuert über Bodenstationen von Emposat, soll Ende 2024 übernommen worden sein. Die Aufnahmen hätten iranische Angriffe auf die Stützpunkte im März dokumentiert. Bestätigungen von Behörden und Unternehmen stehen noch aus.

InhaltStützpunkte in Saudi-Arabien, Jordanien, Bahrain und im Irak waren im Visier: Irans Revolutionswächter haben wohl heimlich in China den Satelliten TEE-01B gekauft, damit US-Truppen ausspioniert – und dann auch zugeschlagen. Iran hat offenbar heimlich einen chinesischen Spionagesatelliten erworben und damit während des Krieges im Nahen ​Osten US-Militärstützpunkte in der Region ins Visier genommen. Die "Financial Times" berichtet  unter Berufung auf ‌durchgestochene iranische Militärdokumente, die Luft- und Raumfahrtkräfte der iranischen Revolutionswächter hätten den Satelliten TEE-01B Ende 2024 übernommen. Dieser sei von dem chinesischen Unternehmen Earth Eye gebaut und ins All gebracht worden. Die iranischen Kommandeure hätten mit dem Satelliten US-Militäranlagen beobachtet. Die Zeitung ​berief sich dabei auf mit Zeitangaben versehene Koordinatenlisten, Satellitenbilder und Orbitalanalysen. Dem Bericht zufolge entstanden im ⁠März ⁠Aufnahmen vor und nach Drohnen- und Raketenangriffen auf diese Standorte: Teil der Vereinbarung sei auch ‌der Zugang zu kommerziellen Bodenstationen des ​in Peking ansässigen Anbieters ‌Emposat gewesen, berichtete die Zeitung weiter. Das Unternehmen betreibe ein Netzwerk, ‌das ​sich über Asien, Lateinamerika und andere Regionen erstrecke. Stellungnahmen der USA und Chinas lagen zunächst nicht vor. ​Auch Earth Eye und ⁠Emposat äußerten sich auf Anfragen von ​Reuters vorerst ​nicht. Die Lage vor Ort bleibt derweil entspannt: Die US-Regierung wolle so den Druck auf Iran erhöhen, einem Abkommen zuzustimmen. Der Bericht ließ sich zunächst nicht bestätigen.