Wismar: Rettungsversuch für gestrandeten Wal – Minister gibt grünes Licht

Datum15.04.2026 15:29

Quellewww.spiegel.de

TLDRNachdem offizielle Rettungsversuche für den gestrandeten Buckelwal in der Wismarbucht eingestellt wurden, hat Umweltminister Backhaus grünes Licht für eine private Initiative gegeben. Diese plant, den verletzten Wal zu bergen und in die Nordsee oder den Atlantik zu transportieren. Zuvor wurde eine Rettung aufgrund des schlechten Gesundheitszustandes des Tieres als aussichtslos betrachtet. Der Wal verbleibt seit Wochen an derselben Stelle und zeigt keine Reaktion mehr auf Annäherungen.

InhaltEigentlich sollte der vor der Ostseeküste gestrandete Wal in Ruhe sterben. Jetzt die Kehrtwende: Es gibt doch eine weitere Rettungsaktion, offenbar von einer privaten Initiative. Seit etwa zwei Wochen liegt ein verletzter Buckelwal in der Wismarbucht vor der Insel Poel. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) hielt eine Rettung des Tieres eigentlich für ausgeschlossen, alle offiziellen Maßnahmen dazu wurden jüngst eingestellt. Nun jedoch gibt er grünes Licht für den Rettungsversuch einer privaten Initiative: Das Konzept sehe eine Bergung des lebenden Tieres und einen Transport in die Nordsee und gegebenenfalls bis in den Atlantik vor, sagte Backhaus bei einer Pressekonferenz in Schwerin. Noch vor wenigen Tagen hatte der Minister erklärt, er finde es "grundsätzlich großartig, dass so viele Menschen bereit sind, dem Tier zu helfen – auch monetär." Doch die Rettung des Wals werde nicht wegen Geldmangels aufgegeben, sondern wegen seines Gesundheitszustands, der Belastung und der fehlenden Perspektive für ihn. Das Tier verharrt seit dem 31. März etwa an der gleichen Position und gibt immer wieder Geräusche von sich. Augenzeugen zufolge stößt der rund zwölf Meter lange Meeressäuger auch regelmäßig Luft aus. Aufgebaute Wassersprinkler benetzen das verletzte Tier. Die letzten Rettungsversuche für den Buckelwal wurden am 1. April eingestellt. Seitdem wird das Tier rund um die Uhr von Einsatzkräften der Polizei und Feuerwehr begleitet. Weitere Rettungsversuche sind aufgrund des schlechten Gesundheitszustands des Wals nicht geplant. Man wolle das Tier jetzt "in Frieden gehen lassen", so Backhaus. Inzwischen reagiert der Wal nicht mehr auf Boote. Fachleute deuten dies als Zeichen für den Sterbeprozess.