Datum15.04.2026 15:13
Quellewww.zeit.de
TLDRDer Traditionsbetrieb Halberstädter, bekannt für seine Würstchen, geriet wegen steigender Kosten und einem rückläufigen Markt in eine Krise. Durch ein Schutzschirmverfahren und die Einführung neuer Produkte wie Suppen und Geflügelwürste sowie die Expansion in neue Märkte will das Unternehmen die Schwierigkeiten überwinden. Eine gesonderte Produktionslinie für den Halal-Sektor und die Beibehaltung aller 150 Mitarbeiter unterstreichen die Neuausrichtung.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Traditionsbetrieb“. Lesen Sie jetzt „Halberstädter: Mit neuen Produkten aus der Krise“. Die von gestiegenen Energie-, Fleisch- und Personalkosten getroffene Unternehmensgruppe rund um die Halberstädter Würstchen stellt sich breiter auf. Unter anderem sei geplant, Suppen für eine Eigenmarke zu produzieren, sagte Sanierungsexperte Nico Kämpfert, der das Unternehmen über ein Jahr begleitet hat. Die Produktionsgesellschaft bei Halberstädter war in einem umkämpften und auch rückläufigen Markt in Schieflage geraten. Das wegen drohender Zahlungsunfähigkeit begonnene Schutzschirmverfahren soll laut Kämpfert in 4 bis 6 Wochen beendet sein. Halberstädter-Geschäftsführerin Silke Erdmann-Nitsch sagte, man wolle über das Stammgebiet Mitteldeutschland und die neuen Bundesländer hinaus auch in Süd- und Norddeutschland Fuß fassen. Neben den Suppen im Glas setze das Unternehmen stärker auf Geflügelwürstchen sowie auf den Bereich der Brat- und Grillbratwürste. Marktchancen im Ausland verspreche man sich zudem auf dem Halal-Sektor. Laut Erdmann-Nitsch wurde schon vor mehreren Jahren eine gesonderte Produktionslinie aufgebaut. Die von der Unternehmerfamilie Nitsch geführte Firmengruppe besteht aus einer Muttergesellschaft und Tochtergesellschaften etwa für Produktion und Vertrieb. Man habe sich nicht von Mitarbeitern getrennt, sagte Erdmann-Nitsch. Die Unternehmensgruppe habe rund 150 Mitarbeiter. Umsatzzahlen nennt das Unternehmen nicht. Für Vertrieb und Produktion werde es demnächst einen neuen Geschäftsführer geben. Das Unternehmen hat eine über 140 Jahre lange Tradition. Zu DDR-Zeiten befand sich das Unternehmen in Volkseigentum, 1992 wurde es von der Unternehmerfamilie Nitsch übernommen. Die Produktpalette reicht von Fleisch- und Wurstkonserven über frische Produkte bis zu Suppen und Fertiggerichten. Die traditionellen Halberstädter Würstchen sind kamingeräuchert und in einem speziellen Verfahren gereift. Laut Erdmann-Nitsch können die Halberstädter Würstchen nur in Halberstadt hergestellt werden, es handele sich um eine geografisch geschützte Angabe. © dpa-infocom, dpa:250210-930-370609/2